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Atemwegserkrankung : Südkorea legt wegen Mers Milliarden-Konjunkturprogramm auf

  • Aktualisiert am

Ein Paar in Seoul trägt Schutzmasken gegen Mers während des Einkaufens. Bild: AP

Das südkoreanische Finanzministerium hat ein umfangreiches Konjunkturpaket gegen die Folgen von Mers und einer Dürre angekündigt. Alleine an diesem Donnerstag sind zwei weitere Todesfälle bekannt geworden.

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          Südkorea will mit einem milliardenschweren Programm seine Wirtschaft stützen. Die Regierung will damit den Folgen der Atemwegserkrankung Mers und der jüngsten Dürre entgegenwirken, ihre Wachstumsprognose revidierte sie ebenfalls. Das Paket habe ein Volumen von mehr als 15 Billionen Won (rund 12 Milliarden Euro), teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit, ohne zunächst genaue Details zu nennen.

          Man brauche zunächst mehr Zeit, um die Auswirkungen von Mers genauer zu analysieren, hieß es. Die Wachstumsaussichten für 2015 senkte die Regierung von 3,8 Prozent auf 3,1 Prozent. Auch die Inflationsprognose wurde zurückgenommen. Die Zentralbank hatte schon Anfang Juni ihre Geldpolitik weiter gelockert.

          Zwei weitere Todesfälle

          Nach Angaben des Ministeriums sind beispielsweise die Käufe mit Kreditkarten als Indikator für den Konsum erheblich zurückgegangen. Seoul und Umgebung leiden zudem unter einer starken Dürre, die laut Wetteramt eine der schlimmsten Trockenperioden in der Geschichte des Landes ist.

          Mers setzt dem ostasiatischen Land weiter zu. An diesem Donnerstag sind trotz der massiven Vorsichtsmaßnahmen zwei weitere Menschen an der Atemwegserkrankung gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in dem Land auf 29, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Gesundheitsministerium meldete. Die Zahl der bisher erfassten Krankheitsfälle stieg demnach auf 180. Mehr als 120.000 Touristen stornierten bisher ihren Urlaub nach Südkorea.

          Nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea im Mai hatte sich das Virus rasch ausgebreitet. Es ist der größte Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel. Es handelt sich bei dem Virus um einen seit dem Jahr 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Ein Impfstoff gegen Mers ist nicht bekannt. Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch Nierenversagen ist möglich.

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