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Konnichiwa aus Tokio : Warten auf die Bank von Japan

Leute vor der Zentrale der Bank of Japan Bild: REUTERS

Nicht nur in Europa rechnen Banken damit, dass die Notenbank mehr Staatsanleihen kauft. Auch in Japan kommt diese Idee auf.

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          Die vom japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe für das Jahresende angekündigten, lange überfälligen Strukturreformen sind bislang aus-geblieben. Das durch die aggressive Geldpolitik der Bank von Japan im ersten Halbjahr geweckte Wachstum schwächt sich wieder ab. Die wegen der hohen Staatsverschuldung unumgängliche Erhöhung der Konsumsteuern zum 1. April nächsten Jahres dürfte dem Wachstum einen zusätzlichen Dämpfer verpassen. Eine solide Mehrheit der Analysten am Börsenplatz Tokio rechnet deswegen fest damit, dass die Notenbank ihre Anleihekäufe im kommenden Jahr noch weiter ausdehnen wird. Nach einer am Freitag in Tokio veröffentlichten Umfrage des Quick-Instituts unter 235 Analysten der Bankhäuser, Versicherungen und Finanzinstitutionen erwarten 52 Prozent, dass die Bank von Japan ihre ohnehin extrem lockere Geldpolitik im zweiten Quartal 2014 weiter ausweiten wird. 19 Prozent erwarteten sogar, dass die Bank bereits bis März handeln wird. „Es gibt am Markt eigentlich niemanden, der nicht erwartet, dass die Bank ihre Geldpolitik weiter aus-weiten wird“, erklärten Analysten. Japan würde damit einen anderen Weg gehen als die Vereinigten Staaten, wo die Märkte einen langsamen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik erwarten.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Auch die Politik in Japan hat seit einiger Zeit den öffentlichen Druck auf die Notenbank erhöht, das Ausbleiben wirtschaftspolitischer Reformen und die Folgen für Wirtschaft mit noch größeren Anleihekäufen auszugleichen. Im April hatte die Bank beschlossen, die Geldbasis in Japan in einem Zeitraum von zwei Jahren zu verdoppeln. Sie kauft jetzt bereits 70 Prozent aller japanischen Staatsanleihen am Markt auf.

          Die Börse in Tokio hat am Freitagmorgen uneinheitlich tendiert. Schwache Vorgaben aus Amerika  und Europa lasteten auf dem Aktienmarkt, der schwächere Yen gab allerdings Titeln von exportorientierten Unternehmen Auftrieb. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zur Handelsmitte ein Plus von 0,41 Prozent beim Zwischenstand von 15 404,59 Punkten. Der breit gefasste Topix gab bis dahin um 1,93 Punkte oder 0,16 Prozent auf 1240,30 Zähler nach

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