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Konjunkturerwartungen : Steigender Ifo-Index kündet von Optimismus

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Bild: FAZ.NET

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April überraschend deutlich aufgehellt - folgt man dem Ifo-Index, der als Frühindikator gilt. Manager in 7000 befragten Unternehmen erwarten bald bessere Geschäfte. Doch der Internationale Währungsfonds sieht den Kampf gegen die Krise noch nicht gewonnen.

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          Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im April überraschend stark aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der als wichtigter Frühindikator gilt, stieg auf 83,7 Punkte von 82,2 Zählern im März, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mitteilte. Viele Experten hatten einen geringeren Anstieg des Konjunkturbarometers erwartet. Einen Tag zuvor hatten die Wirtschaftsforscher in ihrer Gemeinschaftsprognose davon geschrieben, dass das Bruttoinlandsprodukt um 6,0 Prozent schrumpfen werde (Frühjahrsprognose: Ökonomen erwarten noch Jahre im Jammertal).

          Dem vorsichtigen Stimmungsaufschwung stehen so die düsteren Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute für das laufende Jahr gegenüber: Die Forscher erwarten einen deutlichen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen auf fast 4,7 Millionen. Die schlechte Konjunkturprognose sei deutlich durch den wirtschaftlichen Absturz in den vergangenen Monaten bestimmt, erklärte ifo-Experte Abberger. „Das wirkt natürlich nach.“ Von Entwarnung könne noch nicht gesprochen werden. So werde die Arbeitslosigkeit wohl zur Jahresmitte deutlich ansteigen.

          Die Manager in rund 7000 befragten Unternehmen schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate deutlich positiver als bisher ein. Ihre aktuelle Lage bewerteten sie überraschend ebenfalls besser. Die deutsche Wirtschaft steckt derzeit in der tiefsten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik.

          Dennoch heißt es: „Der Rückgang der Wirtschaftsleistung dürfte sich deutlich verlangsamen“, erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Bankenvolkswirte halten es für wichtig, dass die Erwartungen weiter gestiegen seien. Ulrich Wortberg von der Helaba spricht zurückhaltend von „Hoffnungen auf eine konjunkturelle Stabilisierung“. Marco Bargel von der Postbank ist etwas mutiger: „Wir haben die wirtschaftliche Talsohle erreicht oder vielleicht bereits hinter uns gelassen.“

          Tatsächlich schätzten die Unternehmen im April vor allem ihre Zukunftsaussichten besser ein. Der entsprechende Index legte von 81,6 auf 83,9 Punkte zu. Der Index für die derzeitige Geschäftslage stieg von 82,7 auf 83,6 Punkte.

          Es zeigt sich wieder einmal: Deutsche Führungskräfte sind Optimisten .

          IWF drängt zu größeren Anstrengungen gegen die Krise

          Doch das sollte nicht zu voreiligem Durchatmen verführen. Zum Auftakt der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank hat IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn die Verinigten Staaten und Europa zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise aufgerufen. Er erinnerte sie an ihre beim G-20-Gipfel in London eingegangene Verpflichtung, die Banken bei der Bereinigung „toxischer Wertpapiere“ zu unterstützen. „Wir haben noch lange Monate des wirtschaftlichen Einbruchs vor uns“, sagte Strauss-Kahn in Washington. Mit der richtigen Politik könnte sich die Weltwirtschaft aber in der ersten Hälfte des nächsten Jahres wieder erholen. Dabei könnten allerdings weitere Konjunkturprogramme erforderlich werden.

          Die dreitägigen Beratungen der Weltfinanzorganisationen beginnen am Freitag mit einem Treffen der G-7-Gruppe. Nach den Finanzministern von Deutschland, den Verinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan kommen am Abend auch die Minister der G-20 zusammen. In diesem erweiterten Rahmen haben sich die Staats- und Regierungschefs am 2. April in London verpflichtet, IWG, Weltbank und andere internationale Kreditgeber mit 1,1 Billionen Dollar zu unterstützen.

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