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Konjunktur : Trotz Vorzieheffekten wenig Umsatz

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Bild: F.A.Z.

Das Weihnachtsgeschäft und auch die vor die Mehrwertsteuererhöhung vorgezogenen Käufe haben dem deutschen Einzelhandel im November offenbar keine Belebung gebracht.

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          Das Weihnachtsgeschäft und auch die vor die Mehrwertsteuererhöhung vorgezogenen Käufe haben dem deutschen Einzelhandel im November offenbar keine Belebung gebracht. Nach der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts lag der nominale Einzelhandelsumsatz im November mit 0,2 Prozent nur wenig höher als vor einem Jahr. Real, also unter Berücksichtigung der Preissteigerungen, lag der Einzelhandelsumsatz sogar 0,5 Prozent niedriger als im November 2005.

          "Die schlechten Zahlen überraschen schon", sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, am Montag. Er verwies darauf, dass nach den Umfragen des HDE das Weihnachtsgeschäft erst von Mitte Dezember an richtig gut gelaufen sei. Der Verband hält an seiner Erwartung fest, dass das Weihnachtsgeschäft der Branche ein Umsatzplus zwischen 1 und 2 Prozent gebracht habe.

          Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist in den Umsatzdaten das Internetgeschäft erfasst. Die verhaltene Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes gründet demnach nicht darin, dass viele Verbraucher offensichtlich ihre Weihnachtsgeschenke über das Internet bestellen.

          Vorzieheffekte ...

          Im November erzielten nach den vorläufigen Angaben nur Textil- und Bekleidungshändler sowie Verkäufer von Einrichtungsgegenständen wie Möbeln, Haushaltsgeräten wie Fernseher oder Unterhaltungselektronik sowie Baubedarf ein Umsatzplus. Dies deutet nach Einschätzung von Bankvolkswirten darauf hin, dass die Verbraucher vor der Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel vermehrt teure und längerlebige Güter gekauft haben.

          Dementsprechend entwickelte sich auch der Umsatz mit Personenkraftwagen zum Jahresende gut. Der Einzelhandelsumsatz einschließlich des Automobilgeschäfts und des Umsatzes an Tankstellen stieg nach Rechnung der Deutschen Bundesbank im November um 0,4 Prozent gegenüber Oktober. In dieser um saisonale Effekte und um die Inflation bereinigten Rechnung fiel dagegen der Umsatz im klassischen Einzelhandel um 0,3 Prozent.

          ... und Verzicht an anderer Stelle

          Insgesamt deuten die vorläufigen Daten zum Einzelhandelsumsatz, die traditionell oft stark revidiert werden, nach Einschätzung beispielsweise der Commerzbank darauf hin, dass die vorgezogenen Käufe am herkömmlichen Einzelhandel vorbeigegangen sind oder ihm sogar geschadet hätten. Die Ökonomen vermuten, dass viele Verbraucher den Kauf von teuren Gütern durch Verzicht an anderer Stelle mitfinanziert haben. Trotz des deutlichen Minus der Einzelhändler in den Monaten Oktober und November erwarten Bankvolkswirte weiterhin, dass der private Konsum, der weit mehr als den Einzelhandelsumsatz umfasst, im Jahresschlussquartal gestiegen ist.

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