https://www.faz.net/-gqe-14mi6

Konjunktur : Stimmung in der Wirtschaft hellt sich weiter auf

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Die Stimmung in der Wirtschaft hat sich zum Jahresausklang abermals aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex legte im Dezember von 93,9 Punkten auf 94,7 Punkte zu. Der neunte Anstieg des Konjunkturbarometers in Folge fiel deutlicher aus als erwartet.

          2 Min.

          Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresende weiter aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 94,7 Punkte von 93,9 Zählern im Vormonat. Das teilte das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mit. Damit hat sich die Stimmung bereits den neunten Monat in Folge verbessert. Volkswirte hatten nur einen Anstieg auf 94,5 Zähler erwartet. Die Manager blicken so optimistisch in die Zukunft wie seit zwei Jahren nicht mehr. (Konjunktur: Die Stimmung steigt ). Auch ihre Geschäftslage beurteilten sie erneut besser.

          „Nach dem scharfen Einbruch im vergangenen Winter wirken die aktuellen Umfrageergebnisse wie ein Weihnachtsgeschenk“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Exportaussichten der Industrie dürften sich in den nächsten Monaten weiter verbessern. Zudem stellten sich die Firmen auf einen verlangsamten Abbau der Beschäftigung ein.

          Vor allem die Industrie aber leidet noch unter den Geschäftseinbrüchen in der Rezession. Das Verarbeitende Gewerbe schätzt seine Lage immer noch schlechter ein als nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Dennoch beurteilen die Unternehmen die Lage den sechsten Monat in Folge besser, diese Teilkomponente kletterte auf 90,5 von 89,1 Punkten. Ihre Geschäftsaussichten schätzten die Top-Manager wie seit Anfang des Jahres besser ein als im Vormonat, dieser Index stieg auf 99,1 von 98,9 Zählern.

          Die Erholung nach der Krise wird „ein mühsamer Prozess”

          Im Groß- und Einzelhandel verbesserte sich die Stimmung insgesamt leicht. Die Einzelhändler seien unzufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage als zuletzt, blickten jedoch weniger skeptisch nach vorne, erklärte das Ifo. Auch das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe hellte sich etwas auf.

          Kreditvergabe beeinträchtigt die Erholung

          Die restriktive Kreditvergabe der Banken wird die Erholung der Konjunktur nach Einschätzung des Ifo-Instituts im nächsten Jahr nicht abwürgen. Sie werde dadurch aber beeinträchtigt, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Das Verhalten der Banken sei ein kritischer Punkt für 2010. Zwar werde die Erholung moderat weitergehen. „Es wird aber ein mühsamer Prozess.“ Die alten Produktionsniveaus vor der Wirtschaftskrise seien noch in weiter Ferne.

          Alexander Koch von der Bank Unicredit hält es nicht für verwunderlich, dass der Ifo-Index weiter gestiegen ist, „da wir nach wie vor von sehr niedrigen Niveaus kommen und es noch lange Zeit dauern dürfte, bis die Wachstumsdynamik wieder auf ein Niveau wie vor der Krise zurückgekehrt ist“. Andreas Scheuerle von der Dekabank sagt, dieErwartungen hätten nur noch geringfügig zugenommen. „In den nächsten Monaten ist hier mit einer Stagnation zu rechnen, möglicherweise sinken die Erwartungen sogar wieder.“ Die nächsten Monate dürften schwieriger werden, glaubt er.

          Die meisten Experten erwarten, dass die Konjunktur im nächsten Jahr wieder anzieht, mit einem kräftigen Aufschwung rechnen sie aber nicht. Die Bundesregierung geht von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 1,2 Prozent aus, einige Forschungsinstitute erwarten ein Plus von bis zu zwei Prozent.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kündigt Sanktionen gegen die Türkei an: der amerikanische Präsident Donald Trump.

          Stahlzölle steigen : Trump kündigt Sanktionen gegen Türkei an

          Amerika hatte die Türkei mehrfach gewarnt, nun macht die Regierung ernst: Die Strafzölle auf Stahl aus der Türkei sollen wegen der umstrittenen Militäroffensive Ankaras in Syrien auf 50 Prozent steigen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.