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Konjunktur : Solider Beschäftigungsaufbau in Amerika

Bild: F.A.Z.

Die amerikanische Wirtschaft hat das dritte Quartal robust begonnen. Im Juli gab es abermals wieder mehr als 200.000 neue Stellen. Die Unternehmen blicken noch zuversichtlicher als zuvor in die konjunkturelle Zukunft.

          Der Beschäftigungsaufbau in den Vereinigten Staaten hat sich im Juli leicht abgekühlt, bleibt aber solide. Das Arbeitsministerium meldete am Freitag einen Stellenzuwachs von 209.000, nach 298.000 im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,1 auf 6,2 Prozent, vor einem Jahr waren es noch 7,3 Prozent gewesen. Analysten werteten die Daten allgemein als Signal für eine robuste Wirtschaftsentwicklung, auch wenn die Daten die Erwartungen leicht enttäuschten.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Andere Konjunkturindikatoren bestätigten am Freitag die Erholung. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im Juli von 55,3 auf 57,1 Punkte und deutete damit auf eine sich noch beschleunigende Expansion hin. Die Unternehmen berichteten von deutlich mehr Aufträgen. Der von der Universität Michigan erhobene Index des Verbrauchervertrauens gab indes im Juli leicht von 82,5 auf 81,8 Punkte nach. Nach Angaben des Arbeitsministeriums waren die persönlichen Einkommen im Juni um 0,4 Prozent gestiegen. Die Verbraucher gaben in realer Rechnung, also um die Inflation bereinigt, 0,2 Prozent mehr für den Konsum aus.

          Nach der Schrumpfung um 2,1 Prozent am Jahresbeginn hat die amerikanische Konjunktur zuletzt rasant Schwung gewonnen. Im zweiten Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung mit einem Tempo von 4 Prozent.

          Diese Erholung dauert zu Beginn des dritten Quartals offenbar an. Der Beschäftigungszuwachs lag im sechsten Monat nacheinander bei mehr als 200.000 im Monat. Eine so gute Serie gab es zuletzt 1997. Der leichte Anstieg der Arbeitslosenquote gründet vor allem darin, dass mehr Menschen wieder an den Arbeitsmarkt zurückkehren – was ein positives Zeichen ist.

          Der wirtschaftliche Ausblick für die Geldpolitik hat sich mit dem Arbeitsmarktbericht im Kern nicht verändert. Die Notenbank Federal Reserve hatte erst diese Woche erklärt, trotz der im Trend seit Monaten gesunkenen Arbeitslosenquote gebe es noch eine bedeutende Unterauslastung am Arbeitsmarkt. Der Offenmarktausschuss signalisierte zugleich keine Eile, den Leitzins anheben zu wollen. Das gilt für die Mehrheit, während manche regionale Fed-Präsidenten beginnen, auf Zinserhöhungen zu dringen. Dabei blieb der Preisdruck blieb bis zuletzt verhalten. Der von der Fed besonders beachtete Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben zeigte für Juni eine Inflationsrate von 1,6 Prozent an, nach 1,7 Prozent im Vormonat.

          Umstritten ist unter Analysten, ob sich mit dem Beschäftigungsaufbau in den kommenden Monaten Preisdruck entwickeln werde. Im zweiten Quartal war der von der Fed stark beachtete Arbeitskostenindex um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, mehr als als doppelt so schnell als im ersten Quartal und so rasch wie seit Sommer 2008 nicht mehr. Die Lohnzuwächse würden weiter Momentum entwickeln, kommentierte Harm Bandholz, Amerika-Volkswirt der Bank Unicredit in New York. Andere Analysten betonten den zuletzt verhaltenen Lohnzuwachs. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Juli um 1 Cent auf 24,45 Dollar und lag 2 Prozent höher als vor einem  Jahr. Michael Dolega von der kanadischen TD Bank erklärte, es fehle jegliche Evidenz für Lohndruck.

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