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Konjunktur : Robuste Wirtschaft in Spanien und der Türkei

  • Aktualisiert am

Jubelnde Spanier - hier während der Basketball-Europameisterschaft. Bild: dpa

Spaniens Industrie fährt ihre Produktion so schnell hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Und auch die türkische Wirtschaft überrascht - positiv. Frankreich stagniert derweil.

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          Spaniens Industrie erholt sich offenbar immer mehr von den Folgen der Finanzkrise. Die Betriebe haben ihre Produktion im Juli um mehr als 5 Prozent nach oben gefahren verglichen mit dem entsprechenden Monat im vergangenen Jahr. So schnell legte die Industrieproduktion in dem Land seit 15 Jahren nicht mehr zu, teilte das nationale Statistikamt INE mit.

          Der Anstieg fiel zudem kräftiger aus als von Ökonomen erwartet. Deren Prognose betrug 4,3 Prozent. Die Hersteller von Maschinen, Anlagen und anderen Investitionsgütern sowie die Energieversorger schafften jeweils sogar ein Wachstum von rund zehn Prozent.

          Frankreich enttäuscht

          „Die heutigen Produktionszahlen signalisieren ein stärkeres Wirtschaftswachstum als bisher gedacht“, sagte Estefania Ponte von der Bank BNP Paribas. Die Daten seien sehr gut, in den nächsten Monaten dürfte das Wachstum aber geringer ausfallen.

          Die viertgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion wuchs im Frühjahr um ein Prozent und damit schneller als beispielsweise Deutschland, Frankreich und Italien. Für Spanien war dies zugleich das größte Wachstum seit mehr als acht Jahren.

          Während sich Spaniens Wirtschaft weiter insgesamt erholt nach den Krisenjahren, tritt die französische Wirtschaft eher auf der Stelle. Frankreichs Betriebe drosselten im Juli den zweiten Monat in Folge ihre Produktion und stellten ein Prozent weniger her als im Juni, wie das nationale Statistikamt Insee mitteilte.

          Das gesamte Produzierende Gewerbe, wozu etwa auch Bergbaufirmen und Energieversorger zählen, fuhr den Ausstoß um 0,8 Prozent zurück. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten hier einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. „Die Zahlen sind enttäuschend", sagte Unicredit-Analystin Tullia Bucco. Sie erwarte aber, dass es in den nächsten Monaten in der Industrie bergauf gehe.

          Frankreichs Wirtschaftsleistung stagnierte im zweiten Quartal. Die Arbeitslosenzahl stieg im Juni auf ein Rekordhoch von 3,55 Millionen und sank im Juli kaum.

          Besser als gedacht entwickelt sich unterdessen wiederum offenbar auch die türkische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal um 3,8 Prozent zu gegenüber dem Vorjahr. Zuvor befragte Fachleute hatten im Schnitt mit einem Plus von 3,45 Prozent gerechnet, nachdem es zu Jahresbeginn 2,5 Prozent warten. Angesichts der politischen Turbulenzen in dem Land und der Währungsabwertung rechnen sie für das gesamte Jahr 2015 aber nur mit einem Plus von 2,9 Prozent, während die Regierung bislang vier Prozent erwartet.

          Erdogan gegen die Kurden

          Finanzminister Mehmet Simsek geht auch für das laufende dritte Quartal von einem robusten Wachstum aus. Besonders gut liefen die Geschäfte derzeit im Handel mit Autos und Haushaltsgeräten, ebenso im Immobilienbereich. Politische Instabilität ist Simsek  zufolge die größte Gefahr für den Aufschwung - neben einem Abschwung auf dem größten türkischen Absatzmarkt, der EU.

          Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und kurdischen Rebellen verschärft sich derzeit. Nach der jüngsten Wahl war es

          Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nicht gelungen, eine Koalitionsregierung zu bilden. Daher setzte Präsident Recep Tayyip  Erdogan eine Neuwahl für den 1. November an.

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