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Konjunktur : Niedrigste Staatsquote seit 13 Jahren

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z./FAZ.NET

Eine Hoffnung für mehr Wachstum? Die deutsche Staatsquote lag 2004 mit 47,5 Prozent so niedrig wie seit 1991 nicht mehr. Doch die Binnenkonjunktur bleibt schwach. Die Erwartungen richten sich auf die Investitionen.

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          Die Staatsquote in Deutschland lag 2004 so niedrig wie seit der deutschen Einheit nicht mehr. Das Statistische Bundesamt teile am Dienstag mit, daß die Ausgaben des Gesamtstaates sich auf 1034 Milliarden Euro beliefen, 5 Milliarden weniger als im Vorjahr. Der Staat gab danach 47,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Niedriger lag die Staatsquote zuletzt 1991 mit 47,1 Prozent; 2003 betrug sie 48,8 Prozent.

          Unter anderem als Folge der guten Steuereinnahmen zum Jahresschluß korrigierten die Statistiker am Dienstag ihre bisherige Meldung für das Staatsdefizit 2004 von 3,9 auf 3,7 Prozent des BIP. Damit verletzte Deutschland zum dritten Mal nacheinander die Maastricht-Grenze von 3 Prozent.

          Export schiebt

          Aus den detaillierten Angaben des Bundesamts über die Konjunkturentwicklung im vierten Quartal 2004 geht hervor, daß die Wirtschaft abermals vorwiegend vom Export lebte. Die Schwäche der Binnennachfrage dauerte an. Die Statistiker bestätigten ihre Schnellmeldung, wonach das reale BIP im vierten Quartal um 0,2 Prozent schrumpfte (Die deutsche Wirtschaft schrumpft).

          Dabei trug der Außenbeitrag, die Differenz von Export und Import, 0,5Prozentpunkte zur BIP-Entwicklung gegenüber dem Vorquartal bei. Dieser positive Impuls wurde durch eine um 0,8 Prozent schrumpfende inländische Verwendung überkompensiert.

          Der Export legte preis- und saisonbereinigt 1,1 Prozent zu, der Import verringerte sich um 0,2 Prozent. Im ersten Halbjahr war der Export noch mit Raten deutlich über 3 Prozent gewachsen. Für 2005 wird erwartet, daß mit der Abschwächung der Weltwirtschaft der Export die deutsche Konjunktur nicht mehr so stark wie zuletzt stützen wird.

          Hoffnung Investitionen

          Ökonomen richten ihre Hoffnungen deshalb auf eine Belebung der Binnennachfrage. Einen Hoffnungsschimmer sehen sie bei den Investitionen. Die Bruttoanlageinvestitionen wuchsen im vierten Quartal das zweite Mal nacheinander, wenn auch mit 0,2 Prozent weniger stark als zuvor (0,7 Prozent). Die Abschwächung wurde erwartet, weil die Ausrüstungsinvestitionen im dritten Quartal stark um 3,4 Prozent gewachsen waren.

          Nicht überraschend investierten die Unternehmen zum Jahresschluß 0,4 Prozent weniger in Ausrüstungen. Positive Impulse kamen von Investitionen in Bauten (plus 0,5 Prozent) und in sonstige Anlagen wie Computersoftware (plus 0,7 Prozent). Der Vorratsabbau belastete das Wachstum mit minus 0,8 Prozentpunkten.

          Der private Konsum wächst - ein wenig

          Der private Konsum, mit 56 Prozent des BIP die dominierende Größe der Binnennachfrage, wuchs 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Volkswirte betonten, erst eine nachhaltige Besserung der Kaufneigung und am Arbeitsmarkt könne den Konsum in Schwung bringen.

          Für eine verstärkte Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitnehmer spricht, daß die Lohnstückkosten je Stunde als Folge der Lohnzurückhaltung und einer höheren Produktivität 2004 erstmals seit sieben Jahren sanken, und zwar um ein Prozent.

          Die Verunsicherung der Verbraucher aber dauerte an. Im Gesamtjahr 2004 stieg die Sparquote von 10,7 auf 10,9 Prozent. Das verfügbare Einkommen der Privathaushalte lag im vierten Quartal 2,1 Prozent höher als vor einem Jahr; die Nettolöhne stiegen um 1,5 Prozent.

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