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Konjunktur : Neuer Konjunktur-Optimismus für 2007

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Ein Wirtschaftsforschungsinstitut nach dem anderen erhöht derzeit die Wachstumsprognosen für das Jahr 2007. Volle Auftragsbücher, sinkende Arbeitslosigkeit, gutes internationales Umfeld - die Verheißungen der Experten klingen wahrlich hoffnungsfroh.

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          Für das Jahr 2007 machen sich positive Wachstumserwartungen breit. Ein Wirtschaftsforschungsinstitut nach dem anderen erhöht derzeit die Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt.

          Heute war Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Zug. Die Münchener haben ihre Wachstumsprognose der deutschen Wirtschaft für das kommende Jahr angehoben. In ihrem am Donnerstag vorgelegten Ausblick rechnen die Münchner Experten für 2007 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,9 Prozent. Im Juni waren sie noch von 1,7 Prozent ausgegangen.

          RWI zieht mit

          Zum Jahresbeginn werde die Konjunktur wegen der Mehrwertsteuererhöhung zwar vorerst erheblich gedämpft. „Gleichwohl wird sich dann aber der Aufschwung fortsetzen“, schrieben die Forscher. Die Investitionsdynamik bleibt dem Ifo zufolge kräftig. Die Arbeitslosigkeit werde weiter sinken, der Konsum um 0,5 Prozent leicht steigen. Für das Jahr 2008 rechnen die Forscher mit einem BIP-Plus von 2,3 Prozent. Die Geldpolitik werde neutral bis expansiv sein. Das Ifo geht davon aus, daß die Leitzinsen in der Euro-Zone bis Ende 2008 unverändert bei 3,5 Prozent verharren werden.

          Positive Aussichten

          Gleichzeitig hat auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) seine Konjunkturprognose für 2007 auf 1,9 Prozent angehoben. „Die deutsche Wirtschaft erlebt derzeit den kräftigsten Aufschwung seit dem New-Economy-Boom der Jahre 1999/2000“, betonten die Experten am Donnerstag. Bislang waren die Forscher von 1,7 Prozent ausgegangen.

          Optimismus auch beim IfW

          Zwar werde den Verbrauchern durch höhere Steuern und den Abbau von Steuervergünstigungen unter dem Strich fast 20 Milliarden Euro entzogen. „Gleichzeitig sind jedoch die Auftragsbücher der Unternehmen gut gefüllt.“ Die Investitionstätigkeit werde durch die gestiegene Kapazitätsauslastung angeregt und durch die nur noch bis Ende 2007 geltenden erhöhten Abschreibungssätze begünstigt. Das internationale Umfeld bleibe zudem günstig.

          Erst am Dienstag hatte das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) seine Wachstumsprognose für das Jahr 2007 mehr als verdoppelt. Auch das normalerweise sehr zurückhaltende Institut rechnet nun mit einer Fortsetzung des kräftigen Aufschwungs auch im kommenden Jahr. Ihre Erwartungen für das BIP-Wachstum hoben die IfW-Forscher von 1,0 Prozent auf 2,1 Prozent an.

          Regierungsvertreter positiv gestimmt

          Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) sieht seinerseits für 2006 ein Wachstum von 2,4 Prozent und für 2007 von 1,8 Prozent. SVR-Mitglied Wolfgang Franz hatte erst am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Dow Jones gesagt, der SVR sehe sich auch nach den jüngsten anderweitigen Prognosen nicht zu einer Revision seiner Erwartungen von Anfang November veranlaßt.

          Die Bundesregierung erwartet bislang offiziell ein Wachstum von rund 2,3 Prozent in diesem und rund 1,4 Prozent im kommenden Jahr. Regierungsvertreter haben sich aber bereits optimistisch gezeigt, dass höhere Raten erreicht werden können.

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