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Konjunktur : Maschinenbau verdoppelt Prognose

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Maschinenbauer am Rande ihrer Kräfte Bild: picture-alliance/ dpa

Der deutsche Maschinenbau arbeitet am Rande seiner Kräfte. Die Kapazitäten sind weitgehend ausgelastet. Mehr als ein Drittel der Firmen muß Aufträge ablehnen oder die Lieferzeiten verlängern. Neue Stellen werden geschaffen.

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          Der deutsche Maschinenbau hat erstmals seit fünf Jahren wieder Stellen geschaffen und seine Prognose für 2007 verdoppelt. Die Produktion werde im nächsten Jahr real um vier statt zwei Prozent auf einen neuen Rekordwert klettern, berichtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

          Für das laufende Boomjahr geht der Verband sogar von sieben statt fünf Prozent Plus auf eine Rekordproduktion von 158 Milliarden Euro aus. Viele Firmen stießen an ihre Kapazitätsgrenzen und müßten Aufträge ablehnen. Nach fünf Jahren Stellenabbau schlägt sich der Aufschwung nun auch in der Beschäftigung nieder: In diesem und im nächsten Jahr wird sich der Zuwachs auf 25.000 Stellen sumieren, davon bis zu 10.000 im neuen Jahr. Die Industrie zählt derzeit 880.000 Mitarbeiter und hatte von 2001 bis 2005 kontinuierlich Arbeitsplätze gestrichen.

          Das Inland hat positiv überrascht

          „Es läuft deutlich besser als erwartet“, sagte Verbandspräsident Dieter Brucklacher. Das Inland habe positiv überrascht, weil heimische Unternehmen nach langer Zurückhaltung wieder in Anlagen und Maschinen investierten. „Das Inlandsgeschäft hat das Niveau von 1990 wieder erreicht.“ Auch im Ausland, in das sieben von zehn Maschinen verkauft werden, wachse die Nachfrage kontinuierlich. Von 2004 bis 2006 konnte die Branche bei der Produktion um stattliche 18 Prozent zulegen - das ist die längste Wachstumsphase seit 25 Jahren.

          Aufschwung erreicht noch nicht alle Unternehmen

          Inzwischen arbeiteten die Unternehmen am Rande ihrer Kräfte. Die Kapazitätsauslastung liege im Schnitt bei 91 Prozent. Mehr als ein Drittel der Firmen müsse wegen Produktionsengpässen Aufträge ablehnen oder die Lieferzeiten verlängern. Jedes zehnte Unternehmen beklage sich über fehlende Fachkräfte. Der Auftragsbestand reiche noch sechs Monate und liege höher als im Rekordjahr 2000. „Der Aufschwung hat aber lange noch nicht alle Unternehmen erreicht“, sagte Brucklacher. Gut laufe es für Bergbaumaschinen, Hütten- und Walzwerkeinrichtungen, Verfahrenstechnik und Kompressoren. Robotik oder Automation verbuchten dagegen nur ein kleines Wachstum.

          Die Aussichten für 2007 haben sich laut Brucklacher aufgehellt, weil neue Märkte Wachstum versprechen. Zwar werde die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten gebremst, doch hätten Märkte wie Indien, Asien und Rußland an Bedeutung gewonnen. Auch in Deutschland werde die Mehrwertsteuererhöhung nicht die Konjunktur abwürgen. Vieles hänge vom Ausgang der Tarifverhandlungen an. „Ich appelliere an die Tarifvertragsparteien, Kurs zu halten.“ Ein zu hoher Abschluß gefährde die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Als weitere Gefahren nannte der Verbandspräsident einen drastischen Anstieg des Euro oder eine Explosion der Energie- und Rohstoff-Preise. Die Risiken einer Abwärtsrevision seien bei der Prognose für 2007 durchaus gegeben.

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