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Konjunktur : In den Unternehmen wächst die Hoffnung

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Bild: FAZ.NET

Der Schock der Lehman-Pleite vor einem Jahr verliert allmählich seine Wirkung auf die deutsche Wirtschaft. Der Ifo-Index ist auch im September wieder gestiegen, aber das Münchner Institut warnt: Die Erholung sei noch kein Aufschwung.

          In der deutschen Wirtschaft wächst die Hoffnung auf ein Ende der Krise. Der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung verbesserte sich im September zum sechsten Mal in Folge von 90,5 Punkten im Vormonat auf 91,3 Punkte. Damit fiel der Anstieg des Konjunkturbarometers zwar geringer aus als von vielen Experten erwartet. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sieht aber keinen Grund zur Besorgnis: „Gemessen an der katastrophalen Entwicklung der vergangenen zwölf Monate sind dies gute Nachrichten.“

          Für den ifo-Index werden monatlich rund 7000 Unternehmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft befragt. Im September stieg der Index für die derzeitige Geschäftslage von 86,2 auf 87,0 Punkte. Damit schätze noch immer die weitaus überwiegende Zahl der Firmen ihre Lage als schlecht ein, erklärte Sinn laut Mitteilung. „Nur bei den Erwartungen für die weitere Entwicklung in den nächsten sechs Monaten gibt es mittlerweile fast einen Gleichstand zwischen Pessimisten und Optimisten.“ Entsprechend legte der Erwartungsindex von 95,0 auf 95,7 Punkte zu.

          Doch sei die wirtschaftliche Erholung in Deutschland noch lange nicht selbsttragend. „Ich sehe schon die Gefahr, dass es nicht nachhaltig ist“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Donnerstag. Es gebe noch keine robuste Entwicklung nach oben. Die Erholung sei eben noch kein Aufschwung.

          „Fraglich, ob die Erholung weitergeht“

          Nach der heftigen Rezession zu Beginn des Jahres gehe die Entspannung primär auf die staatlichen Konjunkturpakete und die niedrigen Zinsen zurück, ergänzte Abberger. Es sei fraglich, ob die Erholung weitergehe, sobald diese Impulse wegfielen und die Arbeitslosigkeit steige.

          In der Industrie erholte sich das Klima etwas. Mit ihrer derzeitigen Lage zeigten sich die Industriefirmen nicht mehr ganz so unzufrieden wie im Vormonat, und auch für die kommenden sechs Monate schöpften sie Zuversicht. Auch ihre Exportchancen sehen die Unternehmen weniger skeptisch. Für den Arbeitsmarkt bleiben die Aussichten dagegen trübe: Sogar noch mehr Unternehmen als im Vormonat planen, die Zahl ihrer Beschäftigten zu reduzieren.

          Auch im Groß- und im Einzelhandel verbesserte sich die Stimmung dank optimistischerer Zukunftsaussichten. Dagegen kühlte sich das Klima in der Bauwirtschaft etwas ab. Während im Großhandel die Unzufriedenheit mit der aktuellen Lage anhielt, stuften die Einzelhändler ihre derzeitige Situation als nahezu zufriedenstellend ein. Auch nach Erhebungen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist die Kauflaune der Verbraucher in den vergangenen Monaten robust gewesen.

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