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Konjunktur : Haushalte besorgt über höhere Preise

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Der Konjunkturoptimismus der deutschen Verbraucher schwindet. Die Unsicherheiten über die Entwicklung an den Finanzmärkten, aber auch die Preiserhöhungen bei Milch- und Brotprodukten haben die Stimmung spürbar gedrückt.

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          Der Konjunkturoptimismus der deutschen Verbraucher schwindet. Die Unsicherheiten über die Entwicklung an den Finanzmärkten, aber auch die Preiserhöhungen bei Milch- und Brotprodukten haben die Stimmung spürbar gedrückt. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg prognostiziert, dass der Konsumklimaindex von 8,5 auf 7,6 Punkte im September fallen wird.

          Die GfK schließt eine "nachhaltige Beeinträchtigung des Konsumklimas" nicht aus, sollte "die Diskussion über weitere massive Preiserhöhungen und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten nicht beigelegt werden". Zuvor hatte die Umfrage des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung in der gewerblichen Wirtschaft gezeigt, dass die Finanzmarktkrise das Geschäftsklima belastet (Ifo-Index August: Krise trübt Wirtschaftsklima).

          Neue Inflationssorgen

          Sorge üfer Nach der GfK-Umfrage schätzen die privaten Haushalte nicht nur die künftige wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch ihre persönlichen Einkommensperspektiven deutlich weniger zuversichtlich ein als zuvor. GfK-Ökonom Rolf Bürkl erklärte dies gegenüber dieser Zeitung mit der - im Gefolge der steigenden Milch- und Brotpreise - breiten Diskussion über weitere Preiserhöhungen. Im durchschnittlichen Warenkorb der Verbraucher hätten Milch und Brot zwar kaum Gewicht. Dennoch zeigt die Umfrage eine sprunghaft gestiegene Inflationsfurcht der Verbraucher, welche auch die Einkommenserwartungen drückt. Bürkl wies darauf hin, dass die höheren Preiserwartungen zum Teil wohl auch Ausdruck einer "gefühlten Inflation" seien.

          Im Gegensatz zu den kräftig zurückgenommenen Konjunktur- und Einkommenshoffnungen hat die Neigung der Verbraucher zu größeren Anschaffungen sich zuletzt nur minimal verschlechtert. Dies lässt nach Einschätzung der GfK darauf hoffen, dass auf mittlere Sicht die "freundliche Entwicklung" am Arbeitsmarkt die Kauflaune der Verbraucher wieder verstärkt positiv beeinflussen dürfte.

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