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Konjunktur : Große Unterschiede der Wachstumsprognosen

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Bild: F.A.Z.

Nicht alle Analysten sind von einem ordentlichen Wirtschaftswachstum in diesem Jahr überzeugt: Die Spanne der Prognosen reicht von 0,9 bis 2,1 Prozent.

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          Von der Euphorie über den Aufschwung in Deutschland haben sich noch nicht alle Analysten anstecken lassen. Die Konjunkturprognosen für dieses Jahr zeigen eine breite Spanne der Wachstumserwartungen. Während das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel einen Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,1 Prozent prognostiziert und damit die Gruppe der Optimisten anführt, sagen die Volkswirte der Deutschen Bank und der Commerzbank ein Wachstum von gerade mal knapp einem Prozent voraus.

          Im Mittel rechnen die Volkswirte und Konjunkturforscher mit einer Wachstumsrate von knapp 1,6 Prozent. Das wäre deutlich weniger als im vergangenen Jahr, für das das Wachstum auf etwa 2,6 Prozent veranschlagt wird, und es entspräche in etwa der jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate seit der deutschen Einheit.

          Private Prognostiker skeptischer als öffentliche Institutionen

          Im Mittelwert der jeweiligen Prognosen blicken die Volkswirte von Geschäftsbanken mit 1,4 Prozent etwas weniger zuversichtlich in dieses Jahr als die Ökonomen der Forschungsinstitute und öffentlicher Institutionen mit durchschnittlich 1,7 Prozent.

          Ein Vergleich der Extrempositionen zeigt, wie sehr die unterschiedlichen Einschätzungen von der Bewertung des fiskalischen Zugriffs abhängen. So erwarten die Volkswirte der Deutschen Bank, dass die Mehrwertsteuererhöhung und andere staatliche Belastungen den privaten Konsum kräftig drücken werden, und sehen hier ein Minus von 0,3 Prozent. Weil die Unternehmen die höhere Mehrwertsteuer nicht vollständig auf die Kunden überwälzen könnten, würden auch die Investitionen in Mitleidenschaft gezogen und mit 2 Prozent weniger als halb so schnell zulegen wie im vergangenen Jahr. Bei einem aufwertenden Euro und einer schwächeren Weltwirtschaft würde der Export nur noch um 7 Prozent zulegen, nach knapp 12 Prozent im vergangenen Jahr.

          Dies sehen die Kieler Forscher ähnlich. Sie erwarten aber mehr noch als die Deutsche Bank, dass die Lage am Arbeitsmarkt sich verbessern wird. In der damit günstigeren Einkommenslage gründet ihre Prognose, dass der private Konsum als Folge des Mehrwertsteuerschocks nur kurzfristig einbricht, um im Jahresdurchschnitt mit rund 0,9 Prozent ähnlich stark zu wachsen wie 2006. Auch bei den Investitionen zeichnen die Kieler Forscher ein positiveres Bild. Im Gegensatz zur Deutschen Bank erwarten sie eine Beschleunigung von knapp 6 auf fast 7 Prozent.

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