https://www.faz.net/-gqe-vwoi

Konjunktur : Geschäftsklimaindex signalisiert trübe Aussichten

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Die negativen Konjunkturnachrichten mehren sich: Im Dezember ist der Ifo-Index überraschend stark gesunken. Nicht nur die Geschäftsleute sind pessimistisch: Auch das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut hat seine Prognose gesenkt. Und der Einzelhandel klagt über das Weihnachtsgeschäft.

          2 Min.

          In den deutschen Unternehmen macht sich am Jahresende wieder mehr Pessimismus breit. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im Dezember unerwartet deutlich auf 103,0 Punkte von 104,2 im Vormonat, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch mitteilte.

          Damit setzt das wichtigste deutsche Stimmungsbarometer seinen im Frühjahr begonnenen Abwärtstrend fort, der nur von einem leichten Anstieg im November unterbrochen wurde. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 103,8 Zähler gerechnet.

          „Aussichten werden zurückhaltend eingeschätzt“

          „Die Aussichten für das kommende halbe Jahr werden unverändert zurückhaltend eingeschätzt“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zu der Umfrage unter 7000 Unternehmen. „Die konjunkturelle Dynamik läßt weiter nach.

          Gebremste Konjunkturerwartungen

          Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Aussichten schlechter. Der Lageindex sank von 110,3 auf 108,1 Punkte, während der Index für die Erwartungen von 98,3 auf 98,2 Punkte nachgab. Der Ifo-Index signalisiert damit eine Konjunkturabkühlung im kommenden Jahr. Die Bundesbank und viele Forschungsinstitute rechnen mit einem Wachstum von knapp zwei Prozent nach rund 2,5 Prozent in diesem Jahr.

          Auch der Einzelhandel klagt

          Der deutsche Einzelhandel wird nach Einschätzung des Ifo-Instituts keine Wende im bislang schleppenden Weihnachtsgeschäft mehr hinbekommen. „Die Branche schätzt ihre Lage so schlecht wie seit zwei Jahren nicht mehr ein“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Hans Günter Russ am Mittwoch zu Reuters. Das diesjährige Weihnachtsgeschäft laufe nicht gut. Die Umsätze aus dem Vorjahr seinen nicht mehr zu erreichen.

          Auch auf Jahressicht werde es ein kleines Minus von einem Prozent geben. Vor einem Jahr hatte es wegen Käufen im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung noch ein lebhaftes Weihnachtsgeschäft gegeben.

          HWWI senkt Prognose für 2008

          Vom Hamburgischen Weltwirtschafts-Institut (HWWI) kamen an diesem Mittwoch ebenfalls schlechte Konjunktur-Nachrichten: Das Institut hat seine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im kommenden Jahr gesenkt. Es erwartet jetzt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent. Zuletzt waren 2,3 Prozent prognostiziert worden.

          Wie das HWWI am Mittwoch erklärte, hätten sich die Perspektiven nach recht gutem Verlauf der Konjunktur in diesem Jahr inzwischen merklich eingetrübt. Die „Schatten“, die seit Sommer über die Konjunktur aufgezogen seien, hätten sich weiter ausgebreitet. Gemeint sind damit die Immobilien- und Finanzkrise in den Vereinigten Staaten sowie der Ölpreis- und der Eurokursanstieg.

          In der ersten Hälfte des kommenden Jahres sei deshalb „mit einer Wachstumsdelle, möglicherweise sogar mit einer Stagnation zu rechnen. Sollten sich die gegenwärtigen Risiken nicht verschärfen, wäre im späteren Jahresverlauf mit einer Rückkehr auf den Aufschwungspfad und 2009 mit einer Fortsetzung des Aufschwungs zu rechnen. Für 2009 erwartet das HWWI ein Wachstum von zwei Prozent. 2007 wird mit 2,5 Prozent gerechnet.

          Weitere Themen

          Viel Lärm um Tesla Video-Seite öffnen

          Protest in Grünheide : Viel Lärm um Tesla

          Der Autobauer und das Land Brandenburg haben sich auf den Kauf der Landfläche geeinigt, auf der der Konzern seine Fabrik für Elektroautos errichten will. Ein Gutachten soll nun den Kaufpreis ermitteln. Gegner des Vorhabens fordern mehr Transparenz und fürchten Umweltschäden.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.