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Konjunktur : EU-Kommission bleibt skeptisch

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Für die deutsche Wirtschaft rechnet die EU-Kommission mit einer anhaltenden Erholung Bild: AP

Die rasante Talfahrt der Konjunktur geht in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission zu Ende. Doch für EU-Wirtschaftskommissar Almunia bleibt die konjunkturelle Unsicherheit weiter hoch. In Deutschland sieht die EU allerdings eine anhaltende Erholung nach der Rezession.

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          Die rasante Talfahrt der Konjunktur geht in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission zu Ende. Doch sei höchst unsicher, ob die sich abzeichnende leichte Erholung von Dauer sein werde, erklärte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia am Montag in Brüssel.

          Für das Gesamtjahr 2009 geht die Kommission weiterhin von einem beispiellos starken Einbruch der Wirtschaftsleistung um 4,0 Prozent im Euroraum und in der Europäischen Union aus. Trotz der besseren Lage hob die Kommission damit ihre Prognose nicht an, weil die Wirtschaft im ersten Quartal viel stärker geschrumpft war als zunächst angenommen. Die EU-Kommission warnte zudem, dass die konjunkturelle Unsicherheit weiter hoch bleibe. Zwar könne das Wachstum kurzfristig sogar positiv überraschen, doch bleibe abzuwarten, ob die Erholung wirklich nachhaltig ausfallen werde.

          Bessere Aussichten für Deutschland

          Für Deutschland sind die Aussichten dagegen wegen des überraschenden Wachstums im Frühjahr nicht mehr ganz so düster wie im Mai. Das deutsche Konjunkturprogramm zeige Wirkung. Zudem sei von einer Erholung des Exports auszugehen. Die Kommission erwartet jetzt einen BIP-Rückgang um 5,1 Prozent nach 5,4 Prozent bei der vorangegangenen Prognose.

          Seit dem zweiten Quartal habe sich die Lage vor allem dank der milliardenschweren staatlichen Konjunkturspritzen deutlich verbessert. „Aber die schwache Wirtschaft wird bei der Beschäftigung und den öffentlichen Finanzen weiter ihren Tribut fordern“, erklärte Almunia. Die EU-Länder müssten ihre Konjunkturprogramme vorantreiben und die Sanierung der Banken beschleunigen, damit Haushalte und Unternehmen an Kredite kämen. Zugleich müsse ein Ausweg aus der rapide steigenden Staatsverschuldung gesucht werden.

          Stärkerer Einbruch in Spanien und Italien als erwartet

          Für Frankreich hob die Kommission ihre Prognose kräftig an. Sie geht nun von einem Minus von 2,1 Prozent aus - im Mai waren es noch minus 3,0 Prozent. In Italien, Spanien, Großbritannien und den Niederlanden erwartet die Kommission dagegen einen stärkeren Konjunktureinbruch als zuvor. Polen schafft es in diesem Jahr als einziges der sieben größten EU-Länder, die zur Zwischenprognose herangezogen werden, in die Wachstumszone mit einem Plus von 1,0 Prozent.

          Angesichts der schweren Rezession herrscht unterdessen Preisstabilität im Euroraum. Die Kommission erwartet in diesem Jahr weiterhin eine Inflationsrate von 0,4 Prozent.

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