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Konjunktur : DIHK sieht Unternehmen in bester Stimmung

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Wachstumserwartungen deutscher Unternehmen haben ein neues Hoch erreicht. Die gute Stimmung, so erwartet der DIHK, macht sich auch am Arbeitsmarkt bemerkbar. Wenn nur die Mehrwertsteuer nicht steigen würde.

          2 Min.

          Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft erreicht einer DIHK-Umfrage zufolge in diesem Jahr seinen Höhepunkt. „Die Gesamtwirtschaft hat mächtig zugelegt“, hieß es in der am Montag veröffentlichten Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für den Frühsommer.

          Die Weltkonjunktur laufe auf Hochtouren und auch die inländischen Investitionen und der private Konsum festigten sich. Deshalb entstünden wohl erstmals seit 2001 wieder neue Arbeitsplätze: „Die Beschäftigung gelangt endlich ins Schlepptau der Konjunkturbelebung.“ Allerdings hemme die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahreswechsel bereits jetzt die Entstehung neuer Jobs. Die Steuererhöhung werde der gerade in Schwung gekommenen Binnennachfrage Kraft entziehen. Für 2006 erwartet der DIHK weiter ein Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent.

          Schöne Aussichten

          Die Unternehmen seien so gut gestimmt wie seit dem Wiedervereinigungsboom nicht mehr. Der Aufschwung stütze sich auf exportstarke Industriebereiche und unternehmensbezogene Dienstleister. Ihre aktuelle Lage beurteilten 34 Prozent der Unternehmen als gut, in der vergangenen Umfrage vom Februar waren es 29 Prozent gewesen. Auch die Aussichten verbesserten sich: 34 Prozent der rund 21.000 Firmen erwarten bessere Geschäfte, nach 31 Prozent im Februar. Lediglich 13 Prozent gehen von schlechteren Geschäften aus. „Es mehren sich jedoch die Anzeichen, daß die Konjunktur bereits in diesem Jahr ihren Siedepunkt erreicht, bevor steuerliche Mehrbelastungen zu Beginn 2007 der Binnenkonjunktur wieder Kraft entziehen“, erklärte der DIHK.

          Gut gelagert: Es läuft (noch) rund

          Unternehmen planen neue Stellen

          Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen legten zu: Der Anteil der Firmen, die neue Jobs schaffen wollen, kletterte auf 16 von 14 Prozent. Gleichzeitig wollen weniger Firmen Arbeitsplätze streichen. Die Unternehmen weiten ihre Kapazitäten auch durch Investitionen aus: So planen inzwischen 27 Prozent höhere Ausgaben für Maschinen und Anlagen.

          „Der Exportboom reißt nicht ab“, schrieb der DIHK. Die Export-Unternehmen erwarteten, daß der mittlerweile bereits dreijährige Aufschwung der Weltwirtschaft andauere. Die Exporterwartungen der Firmen ließen kaum nach, stärkere Ausfuhren erwarten aber immer noch 43 Prozent der Befragten, nachdem es im Februar noch 47 Prozent waren. Die deutschen Exporteure seien trotz des derzeit starken Euro in der Lage, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen auf dem Weltmarkt abzusetzen.

          Die Aufwertung des Euro belastet die Exporteure nach Ansicht des DIHK bislang nicht. „Trotzdem darf an dieser Front keine Entwarnung gegeben werden“, warnten die DIHK-Experten. Schon jetzt übe der stärkere Euro Druck auf die Erträge der Firmen aus, und weitere Aufwertungen könnten die Absatzmengen beeinträchtigen. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ermöglicht dem DIHK zufolge trotz der Zinserhöhung auf 2,75 Prozent noch immer günstige Finanzierungsbedingungen.

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