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Konjunktur : „Deutschland immer noch ein Klotz“

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DIW-Chef Zimmermann: „Kein dramatischer Aufschwung” Bild: ddp

Die Konjunktur hierzulande erlebt aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung einen „nachhaltigen und für unsere Verhältnisse kräftigen“ Aufschwung. Im europäischen Vergleich sei Deutschland aber noch „nicht zu einer Lokomotive“ geworden.

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          Der Konjunkturaufschwung in Deutschland bleibt aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) trotz einer Delle wegen der Mehrwertsteueranhebung robust. Nach 2,3 Prozent Wachstum 2006 erwarten die Forscher im neuen Jahr ein Plus von 1,7 Prozent und hoben damit ihre bisherige Prognose von 1,4 Prozent am Mittwoch an.

          Für 2008 sei mit einem stärkeren Zuwachs von 2,5 Prozent zu rechnen. Dann könne die Arbeitslosenzahl zudem unter die Marke von vier Millionen sinken. In der Lohnpolitik seien 2007 auch mit Blick auf Impulse für eine stärkere Konsumfreude Tarifabschlüsse von im Schnitt bis zu drei Prozent vertretbar.

          „Für unsere Verhältnisse kräftiger Aufschwung“

          Deutschland erlebe „keinen dramatischen, aber nachhaltigen und für unsere Verhältnisse kräftigen Aufschwung“, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann in Berlin. Ursache seien die kräftige Weltwirtschaft, steigende Exporte, aber auch eine moderate Lohnkostenentwicklung.

          Die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent dürfte zu Jahresbeginn Spuren hinterlassen, werde die Gesamtentwicklung aber nicht massiv stören. Im europäischen Vergleich liege Deutschland jedoch trotz der positiven Tendenzen weiterhin im unteren Bereich. „Wir sind noch nicht zu einer Lokomotive geworden, sondern immer noch ein Klotz“, sagte der Chef der DIW-Konjunkturabteilung, Alfred Steinherr.

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