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Konjunktur : Der Optimismus stützt sich auf Export und Investitionen

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Bild: F.A.Z.

Die Bundesbank erwartet, daß die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Monaten andauern wird. Die Unternehmen sind so zuversichtlich wie seit Jahren nicht mehr. Die Kapazitätsauslastung erreicht Normalmaß.

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          Die Deutsche Bundesbank erwartet, daß die wirtschaftliche Erholung in Deutschland in den kommenden Monaten andauern wird. Im Monatsbericht für November begründet die Bundesbank das vor allem mit einer robusten weltwirtschaftlichen Nachfrage, aber auch mit Impulsen aus dem Inland. So zeichne sich in der Bauwirtschaft eine Stabilisierung ab. Für dieses Jahr sei ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 1 Prozent zu erwarten, wenn die Zahl der Arbeitstage berücksichtigt werde.

          Die positiven Konjunkturaussichten werden gestützt durch die Herbstumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Danach erwarten 45,6 Prozent der befragten rund 1800 Unternehmen im kommenden Jahr einen Produktionszuwachs. Nur 15,7 Prozent äußerten sich pessimistisch. Das IW hält für 2006 ein Wachstum von 1,5 Prozent für möglich.

          Dagegen blicken die Dienstleistungsunternehmen nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) etwas weniger zuversichtlich als zuvor in das kommende Jahr. "Die Stimmung der Dienstleister leidet schon jetzt unter der für 2007 angekündigten Mehrwertsteuererhöhung", erklärte der DIHK. Optimistisch seien vor allem die Dienstleister der Informationstechnik, die Versicherungswirtschaft und die Kreditinstitute. Deutlich gedämpfte Stimmung herrsche im Verkehrswesen.

          Ausgeprägter Optimismus

          Der Optimismus der Unternehmen zeigt sich in der IW-Umfrage in Westdeutschland besonders ausgeprägt. Der Saldo der positiven und negativen Stimmen lag dort bei 30 Punkten, so hoch wie noch nie seit dem Start dieser Umfrage im Frühjahr 2002. Im Osten ist der Optimismus schwächer ausgeprägt. Nach der Umfrage erwarten die Unternehmen abermals eine zunehmende Ausfuhr. Der Stimmungssaldo erreichte gesamtdeutsch 34 und westdeutsch sogar 37 Punkte. Damit sind die Exporterwartungen deutlich besser als im Frühjahr wie auch die Investitionserwartungen.

          34 Prozent der westdeutschen Unternehmen wollen 2006 mehr investieren; im Saldo sind dies 14 Punkte. In Ostdeutschland überwiegen dagegen unverändert die negativen Stimmen. Die Bundesbank merkt im Monatsbericht an, daß mittlerweile die Kapazitätsauslastung der Industrieunternehmen durchschnittlich wieder Normalmaß erreicht haben dürfte. Damit rückten Erweiterungsinvestitionen wieder näher.

          Zurückhaltende Beschäftigungsaussichten

          Die Beschäftigungsaussichten bewerten die Unternehmen nur ein bißchen weniger schlecht. Insgesamt wollen 25 Prozent der Unternehmen Stellen abbauen und nur 20 Prozent Mitarbeiter einstellen. Der Anstieg der Beschäftigung in den vergangenen Monaten geht nach Analyse der Bundesbank vor allem auf arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs zurück und ist insoweit kein Zeichen für eine konjunkturelle Belebung.

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