https://www.faz.net/-gqe-wfll

Konjunktur : Der Ifo-Index steigt überraschend

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Januar überraschend verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg gegenüber Dezember von 103,0 auf 103,4 Punkte. Der jüngste Börsencrash wurde von der Umfrage allerdings nicht mehr erfasst.

          1 Min.

          Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich im Januar überraschend verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Januar stieg gegenüber Dezember von 103,0 auf 103,4 Punkte, wie das Ifo-Institut am Donnerstag in München mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 102,2 Punkte gerechnet.

          „Insgesamt präsentiert sich die gewerbliche Wirtschaft in einer robusten Verfassung“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zu der Umfrage. Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb erklärte in einem Interview mit dem Wirtschaftssender Bloomberg TV, in der Industrie und am Bau habe sich die Stimmung verbessert, der Einzelhandel habe etwas enttäuscht.

          Börsencrash spiegelt sich nicht wider

          Der monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Der jüngste Börsencrash spiegelt sich im Geschäftsklima allerdings nicht wider, da die Umfrage nach Ifo-Angaben zu Wochenbeginn schon weitgehend abgeschlossen war.

          Hans-Werner Sinn - sein Institut befragt jeden Monat 7000 Unternehmen

          Fachleute äußerten sich entsprechend skeptisch, was die Aussagekraft der Daten angeht. „Die jüngsten Aktienmarktturbulenzen sind noch nicht in die Erhebung eingegangen“, sagte Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der Dekabank. Die Aktienmarktschwäche dürfte zu einer gestiegenen Verunsicherung und der Furcht vor Ansteckungseffekten auf die Realwirtschaft geführt haben. Zudem sei ein einzelner Anstieg auch in
          normalen Zeiten nicht aussagekräftig und kein Signal für eine Trendwende

          Wegen der Immobilien- und Finanzmarktkrise sieht auch die Bundesregierung steigende Risiken und erwartet in diesem Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Anders als die Vereinigten Staaten plant sie aber derzeit kein Konjunkturprogramm.

          Gestiegene Erwartungen

          Die Stimmungsaufhellung, die sich im Januar-Index zeigt, ist den Angaben des Ifo-Instituts zufolge auf gestiegene Erwartungen zurückzuführen. Die Geschäftserwartungen legten von 98,2 Punkten im Vormonat auf 99,0 Punkte im Januar zu. Volkswirte hatten indes mit einem Rückgang auf 97,0 Punkte gerechnet.

          Die Einschätzung der Geschäftslage verschlechterte sich hingegen von 108,1 Punkten im Vormonat auf 107,9 Punkte. Volkswirte hatten jedoch mit einem stärkeren Rückgang auf 107,4 Punkte gerechnet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kriminalfall : Milliarden-Betrug mit falscher Kryptowährung

          Die bulgarische „OneCoin“-Erfinderin Ruja Ignatova hat Anleger wohl um 4 Milliarden Dollar gebracht – danach ist die „Krypto-Königin“ verschwunden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.