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Konjunktur : Chinas Wirtschaft wächst um beinahe 7 Prozent

  • Aktualisiert am

Chinas Konjunktur verliert an Schwung Bild: Reuters

Chinas Wirtschaft wächst langsamer als in den vergangenen Jahren. Mit etwas weniger als 7 Prozent legt das BIP der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aber immer noch schneller zu als das vieler anderer Länder.

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          Um den Zustand der chinesischen Wirtschaft hat es unlängst viele Spekulationen und Sorgen gegeben. Nun zeigen die offizielle Zahlen für das dritte Quartal: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs um beinahe 7 Prozent (6,9 Prozent), wie das Statistikamt in Peking an diesem Montag mitteilte. Das ist zwar die geringste Wachstumsrate seit sechs Jahren. Aber nach wie vor wächst mit dieser Geschwindigkeit keine einzige Volkswirtschaft unter den Industrieländern. Die professionellen Marktteilnehmer hatten einen BIP-Zuwachs von 6,8 Prozent erwartet.

          Getragen wird das chinesische Wirtschaftswachstum dabei zunehmen vom bedeutender werdenden Dienstleistungssektor. Die Industrieproduktion wuchs hingegen in den zurückliegenden drei Monaten um deutlich weniger als 6 Prozent.

          Die - gemessen an den vergangenen Jahren - abermals niedrigeren Wachstumszahlen hatten sich in den letzten Wochen angekündigt. Allein im September war der Außenhandel um 8,8 Prozent zurück gegangen. Die Importe sanken um 17,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat - ein Zeichen, dass die Geschäfte auch für deutsche Unternehmen in China derzeit tendenziell nicht so rosig laufen wie in den vergangenen Jahren.

          Mehr Dienstleistungen

          Allerdings dürfte das Wachstum im dritten Quartal auch einen zusätzlichen außergewöhnlichen Dämpfer erlitten haben, weil viele Fabriken wegen einer großen Militärparade in Peking und der Leichtathletik-Weltmeisterschaft für mehrere Wochen schließen oder den Betrieb herunterfahren mussten, um die Luftqualität zu verbessern.

          Die Frage ist nun, ob die Administration in Peking in diesem Jahr ihr angestrebtes Wachstumsziel von „rund sieben Prozent“ erreicht. Im Vorquartal hatte das Wachstum noch genau bei dieser Marke gelegen. Allerdings rechnen Analysten damit, dass Chinas BIP im letzten Quartal des Jahres wieder leicht anziehen könnte, weil die Regierung Konjunkturhilfen beschlossen hat, die erst dann ihre Wirkung entfalten. Im vergangenen Jahr war Chinas um 7,4 Prozent gewachsen.

          Die Wirtschaft der Volksrepublik befindet sich derzeit im größten Umbau seit Jahrzehnten. Wegen steigender Lohnkosten, einer alternden Gesellschaft und günstigerer Konkurrenz aus Staaten in Südostasien und Afrika funktioniert das alte Geschäftsmodell „als Werkbank der Welt“ nicht mehr so gut wie früher.

          Chinas Regierung will deshalb erreichen, dass die Unternehmen des Landes innovativer werden. Mit hochwertiger Technologie sollen sie in Zukunft den großen Konzernen in westlichen Industrieländern auf den Weltmärkten Konkurrenz machen. Zudem sollen der Dienstleistungssektor und der Binnenkonsum des Landes gestärkt werden - diese Wandel läuft schon und zeigt sich in teils hohen Lohnzuwächsen.

          Welche Ziele sich Peking genau für die Zukunft seiner Wirtschaft setzt, dürfte bald klarer werden. Im Laufe des Monats werden führende Vertreter der Kommunistischen Partei in Peking zusammenkommen, um über den neuen Fünf-Jahres-Plan des Landes zu entschieden. Das neue Wachstumsmodell dürfte dabei ein Kernelement sein. Auch strengere Ziele für den Umweltschutz dürften nach Ansicht von Beobachtern beschlossen werden.

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