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Steigende Preise : In Amerika ist die Inflation zurück

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Die Spritkosten sind in Amerika deutlich gestiegen. Bild: dpa

In Amerika haben sich die Endprodukte um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verteuert - so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auch in einem europäischen Land sind die Preise stark gestiegen.

          Die Verbraucherpreise in Amerika haben im September so stark angezogen wie seit Oktober 2014 nicht mehr. Sie stiegen zum Vorjahr um 1,5 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Insbesondere höhere Kosten für Sprit und Mieten trieben die Lebenshaltungskosten nach oben. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit diesem Zuwachs gerechnet, nach einer Teuerungsrate von 1,1 Prozent im August.

          “Die Inflation ist zurück. In den kommenden Monaten geht es weiter nach oben“, prophezeit VP-Bank-Chefökonom Thomas Gitzel. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve strebt bei der Inflation zwei Prozent an. Die Währungshüter blicken dabei vor allem auf die Preisveränderungen bei den persönlichen Verbraucherausgaben (PCE), wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben. Dieser Wert lag im August mit 1,7 Prozent noch unter dem Zielwert. Die Fed hält den Leitzins derzeit in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Viele Experten rechnen zum Jahresende mit dem nächsten Schritt nach oben.

          Inflation auch in Großbritannien

          Auch in Großbritannien ist die Inflation im September so hoch ausgefallen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Die Verbraucherpreise stiegen im Vorjahresvergleich um ein Prozent, wie die nationale Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Das war das stärkste Plus seit November 2014. Insbesondere Damenbekleidung sei teurer geworden, erklärte die Behörde. Im August hatte die Inflationsrate lediglich 0,6 Prozent betragen.

          Eine direkte Verbindung der Preisentwicklung zum Absturz des Pfunds nach dem Brexit-Votums zogen die Statistiker nicht - im Gegensatz zu Analysten. Die stärksten Treiber der Inflation seien die Preise für Kleidung, Hotelübernachtungen und Kraftstoff gewesen - "all das kann auf den Fall des Pfunds zurückgeführt werden", erklärte etwa Kathleen Brooks von City Index.

          Pfund auf Talfahrt

          Ölimporte verteuerten sich durch die schwache britische Währung ebenso wie Textileinfuhren, erläuterte Brooks. Zugleich mache der günstige Wechselkurs Reisen nach Großbritannien attraktiver, "was offenbar bereits zu steigenden Hotelpreisen führt".

          Das Pfund war nach der Entscheidung der Briten Ende Juni, dass ihr Land die europäische Union verlassen soll, auf Talfahrt gegangen. Am 7. Oktober erreichte es seinen niedrigsten Stand gegenüber dem Euro seit siebeneinhalb Jahren. Im Verhältnis zum Dollar war die Währung sogar so schwach wie seit 31 Jahren nicht mehr.

          Auch in Deutschland waren die Verbraucherpreise im September stark angestiegen, vor allem wegen steigender Mieten. Sie lagen 0,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt in der vergangenen Woche mit.

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