https://www.faz.net/-gqe-8wbbo

Ifo-Index steigt weiter : Deutsche Firmen-Chefs lassen sich die Laune nicht verderben

  • Aktualisiert am

Vollgepackt: Das Container Terminal Altenwerder im Hamburger Hafen Bild: dpa

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist blendend, gerade in den exportabhängigen Branchen. Da stört momentan weder der Brexit, noch Donald Trump.

          1 Min.

          Die Stimmung unter den deutschen Firmenchefs ist so gut wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im März überraschend um 1,2 auf 112,3 Punkte. „Dies ist der höchste Wert seit Juli 2011“, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung am Montag zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten erwartet, dass der wichtigste deutsche Frühindikator auf dem Vormonatsniveau verharrt. „Der Aufschwung gewinnt an Kraft“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Firmenchefs bewerteten sowohl die Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser als zuletzt.

          Besonders in der exportabhängigen Industrie verbesserte sich die Stimmung. „Ein Grund für die sehr gute Entwicklung war eine abermals anziehende Nachfrage“, sagte Fuest. Im Einzelhandel ging es ebenfalls nach oben, im Großhandel trübte sich das Klima dagegen etwas ein. In der Baubranche zeigte das Barometer nach oben, wobei die Firmen ihre Lage so gut einschätzten wie noch nie seit 1991.

          Poltische Unsicherheiten kommen nicht an

          “Wenn es läuft, läuft’s“, sagte der Europa-Chefvolkswirt von Nordea, Holger Sandte. Die hohen Erwartungen deuteten darauf hin, dass stärker in Maschinen und andere Ausrüstungen investiert werden könnte. „Trotz aller politischer Umbrüche scheint sich der Konjunkturverlauf in einer goldenen Epoche zu befinden“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Es zeichne sich in diesem Jahr erneut ein solides Wachstum ab.

          Die deutsche Wirtschaft profitiert derzeit von der Belebung der globalen Konjunktur, weshalb die Industrie zuletzt mehr exportierte und produzierte. Viele Institut haben deshalb ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr angehoben. Allerdings bleiben viele Risiken - von der Wahl in Frankreich über die Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien bis hin zu protektionistischen Maßnahmen des wichtigsten deutschen Exportkunden Amerika unter Präsident Donald Trump. „Die politischen Unsicherheiten kommen bei der deutschen Wirtschaft nicht an“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

          Weitere Themen

          Städtischer Verkehr erfindet sich neu

          F.A.Z. Mobilitätsgipfel live : Städtischer Verkehr erfindet sich neu

          Wie lässt sich mehr Mobilität mit weniger Verkehr und einer geringeren Umweltbelastung realisieren? Über diese Frage diskutieren Verkehrsminister Andreas Scheuer, der Vorsitzende des Verkehrsauschusses Cem Özdemir beim ersten F.A.Z.-Mobilitätsgipfel in Berlin. Sehen Sie hier ab 16 Uhr den Livestream.

          Lieferengpässe wegen Coronavirus-Epidemie Video-Seite öffnen

          iPhone Produktion stockt : Lieferengpässe wegen Coronavirus-Epidemie

          Wegen der Coronavirus-Epidemie in China hat Apple seine Umsatzprognose für das laufende Quartal zurückgenommen. Ursprünglich hatte der amerikanische Konzern bis Ende März mit einem Umsatzvolumen von bis zu 67 Milliarden Dollar gerechnet. Diese Zahlen kann das Unternehmen nach eigenen Angaben nun nicht mehr erreichen.

          Topmeldungen

          CDU-Kandidat Röttgen : Ein Redner ohne eigene Truppen

          Geschätzt als Außenpolitiker, gescheitert als Landeschef – Norbert Röttgens Bewerbung für den CDU-Bundesvorsitz kommt unerwartet. Im Wahlkampf setzt er vor allem auf einen: sich selbst.
          Angehörige der uigurischen Minderheit in China demonstrieren 2009 in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina.

          Internierte Muslime in China : Willkür mit System

          Ein internes chinesisches Regierungsdokument zeigt, dass schon ein falscher Mausklick ausreicht, um in Xinjiang im Umerziehungslager zu landen. Auch wer zu viele Kinder hat, macht sich verdächtig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.