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GfK-Barometer : Konsumklima kühlt sich deutlich ab

  • Aktualisiert am

Teurere Lebensmittel - das trübt die Kauflaune Bild: AP

Die Verbraucher fürchten sich nicht nur vor der Finanzkrise. Auch höhere Lebensmittelpreise haben dafür gesorgt, dass so manchem die Lust am Einkauf vergangen ist. Das schlägt sich im Index der GfK nieder, der die Kauflaune der Verbraucher anzeigt - und gehörig abgesackt ist.

          Die Finanzkrise in den Vereinigten Staaten und die gestiegenen Lebensmittelpreise haben die Stimmung der deutschen Verbraucher im September abermals beeinträchtigt. Wie das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK am Mittwoch in seiner aktuellen Konsumklimastudie mitteilte, gingen zum zweiten Mal in Folge alle drei Indikatoren der Verbraucherstimmung nach unten.

          Dabei habe die Angst vor einem Knick im Wirtschaftswachstum vor allem auf die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen geschlagen, schreibt GfK-Autor Dirk Mörsdorf. Außerdem seien die Verbraucher zunehmend ernüchtert, was ihre persönliche Einkommensentwicklung angehe.

          Positive Grundstimmung

          Nach der weiteren Abkühlung des Konsumklimas im September hat die GfK ihre Prognose für das Wachstum des privaten Verbrauchs gesenkt. Man erwarte für das Gesamtjahr lediglich noch einen Zuwachs von 0,6 Prozent, teilte die GfK am Mittwoch in Nürnberg mit. Bisher waren die Marktforscher von 1,0 Prozent ausgegangen. Im September zeigten sämtliche Einzelindikatoren der Verbraucherstimmung nach unten. Der Gesamtindikator für das Konsumklima sinkt von 7,4 Punkten im September auf 6,8 Punkte im Oktober.

          Die Einkommenserwartung ging im September auf den niedrigsten Wert seit Februar zurück. Auch die Konjunktur wurde nicht mehr so optimistisch beurteilt wie noch vor wenigen Monaten. Die Kauflaune der Deutschen zeigte sich ebenfalls gebremst.

          Dennoch sei weiterhin eine positive Grundstimmung erkennbar. Insgesamt reagierten die Konsumenten besonnen. „Bleiben Stimmungsdämpfer wie eine deutlich schwächere Konjunkturentwicklung oder steigende Preise aus, sind die Chancen für eine positive Entwicklung des privaten Verbrauchs nach wie vor vorhanden“, hieß es.

          Enttäuschte Analysten

          Finanzfachleute zeigten sich dagegen enttäuscht über die Zahlen. „Die Daten sind enttäuschend, da sich das Klima über alle Komponenten hinweg eingetrübt hat“, sagte Ulrike Kastens, Analystin bei Sal. Oppenheim. „Die höheren Preise bei Lebensmitteln und vor allem beim Öl scheinen auf die Stimmung der Verbraucher durchzuschlagen.“

          Auch Sebastian Wanke von der Dekabank sagte: „Die Daten sind schon ein wenig enttäuschend - insbesondere die Entwicklung der Anschaffungsneigung.“ Diese Komponente habe sich in den
          vergangenen Monaten gut gehalten und sei nun ins Minus gerutscht. Dennoch relativierte der Analyst: „Ich halte es aber für zu früh, von einer konjunkturellen Trendwende zu sprechen.“

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