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Geschäftsklimaindex : Deutsche Wirtschaft weiter in Rekordstimmung

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum Start ins Jahr abermals aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 109,8 Punkten im Vormonat auf 110,3 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag mitteilte. Das überrascht selbst die Experten.

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          Die deutsche Wirtschaft startet mit überraschend viel Rückenwind ins Jahr 2011: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Januar den vierten Monat in Folge und kletterte auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer stieg auf 110,3 von 109,8 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mitteilte.

          Analysten hatten nur mit einem unveränderten Wert oder gar mit einer leichten Eintrübung gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft startet schwungvoll in das neue Jahr“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Manager schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate unerwartet besser ein als im Dezember. Das Barometer für die Geschäftserwartungen kletterte auf 107,8 von 106,8 Punkten. Die Lage wurde nur minimal schlechter bewertet; dieses Barometer sank auf 112,8 Punkte von 112,9 Zählern.

          Die deutsche Industrie ist nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts der Garant des deutschen Aufschwungs. „Sie hat einen deutlichen Satz nach oben gemacht und ist jetzt ganz aus der Krise heraus“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. „Ihre Kapazitäten sind überdurchschnittlich ausgelastet, sie möchte wieder mehr Personal einstellen und sieht im Auslandsgeschäft noch bessere Chancen.“

          Die Funken sprühen: Die deutsche Wirtschaft bleibt in Rekordlaune

          „Bauunternehmen blicken optimistisch nach vorn“

          Die Schuldenkrise in Europa habe den Aufwärtstrend nicht stoppen können. „Die Schuldenkrise kommt bei den Unternehmen momentan noch nicht wirklich an“, sagte Abberger. Gefahr droht der deutschen Wirtschaft nach Einschätzung des Ifo-Instituts von hohen Ölpreisen. „Das Risiko ist nicht zu vernachlässigen“, sagte Abberger. „Von einer breiten Inflation kann aber keine Rede sein.“ Bislang sei nur in einigen Teilbereichen eine spürbarer Preisanstieg zu beobachten, vor allem bei Energie und Rohstoffen.

          Nicht mehr ganz so gut wie in der Weihnachtszeit liefen die Geschäfte für den Handel. „Im Dezember haben wir eine ungeheuer gute Geschäftssituation gesehen, dem folgt jetzt eine Normalisierung“, sagte Abberger. Im Bau sei es dagegen wieder bergauf gegangen, obwohl wegen des harten Winters wochenlang an vielen Baustellen nicht gearbeitet werden konnte. „Die Bauunternehmen sammeln wieder Aufträge ein und blicken optimistisch nach vorn“, sagte Abberger.

          Die meisten Experten trauen der deutschen Wirtschaft ein weiteres Boomjahr zu. Die Bundesregierung erwartet 2011 ein Wachstum von 2,3 Prozent, weniger als drei Millionen Arbeitslose und einen Beschäftigungsrekord. 2010 hatte es mit 3,6 Prozent das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung gegeben. Der monatlich unter rund 7.000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex ist das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

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