https://www.faz.net/-gqe-89tmy

Geringe Nachfrage : Industrie erhält wieder weniger Aufträge

  • Aktualisiert am

Vor allem aus den EU-Ländern kamen weniger Aufträge. Bild: dpa

Auftragsflaute in der deutschen Industrie: Zum dritten Mal in Folge sind die Bestellungen zurückgegangen – das ist seit 2011 nicht mehr passiert. Experten hatten eigentlich mit einem Plus gerechnet.

          1 Min.

          Im September gingen den dritten Monat in Folge weniger Bestellungen ein - das ist die längste Durststrecke seit vier Jahren. Grund ist die geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die Zahl der Bestellungen schrumpfte um 1,7 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem die Aufträge im August um 1,8 Prozent und im Juli um 2,2 Prozent gefallen waren. Das Ministerium sieht dennoch keinen Grund zur Panik. „Das Geschäftsklima in der Industrie ist nach wie vor gut.“

          Experten sehen die deutsche Wirtschaft angesichts der Auftragsflaute in einer Delle. „Die Aufträge zeigen derzeit ihr hässliches Gesicht“, sagte der Chefvolkswirt vom Bankhaus Lampe Alexander Krüger. „Die Schwäche der Weltwirtschaft schlägt durch.“ Das dürfte dazu führen, dass die Unternehmen weniger investieren. „Der starke Rückgang schmerzt“, sagte Ökonom Thomas Gitzel von der VP-Bank. „Die deutsche Industrie wird wohl in den kommenden Monaten kleinere Brötchen backen müssen.“

          Das Auslandsgeschäft schrumpfte im September um 2,4 Prozent. Dabei fiel die Nachfrage aus den Euro-Ländern um 6,7 Prozent, während die aus der restlichen Welt um 0,7 Prozent zunahm. „Das Geschäft mit den Schwellenländern läuft nur schleppend“, sagte Gitzel. „Die Turbulenzen in China zeigen nach wie vor ihre negativen Auswirkungen.“ Die Bestellungen aus dem Inland nahmen um 0,6 Prozent ab.

          Die Aufträge für Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen sanken um 2,9 Prozent, die für Konsumgüter gaben um 0,4 Prozent nach. Die Nachfrage nach Vorleistungen wie Chemikalien zog dagegen um 0,4 Prozent an.

          Der Euro gab am Donnerstag nach den schwachen deutschen Industriedaten weiter nach. Am Morgen erreichte die Gemeinschaftswährung ihr Tagestief bei 1,0854 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0935 (Dienstag: 1,0976) Dollar festgelegt.

          Weitere Themen

          Österreichs nie genutztes Kernkraftwerk Video-Seite öffnen

          Zwentendorf : Österreichs nie genutztes Kernkraftwerk

          In Betrieb gegangen ist das einzige Atomkraftwerk Österreichs nie, da sich die Menschen in einer Volksabstimmung in den siebziger Jahren gegen die Kernkraft entschieden. Aus Wien kommt nun heftiger Widerstand gegen die Brüsseler Taxonomie-Verordnung.

          Netflix enttäuscht mit Ausblick

          Streamingdienste : Netflix enttäuscht mit Ausblick

          Der Videodienst gibt eine vorsichtige Prognose – trotz Erfolgsproduktionen wie „Don’t Look Up“ und „Squid Game“. Holt ihn der Wettbewerb ein?

          Topmeldungen