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Geldpolitik : Geldmenge im Euro-Raum wächst langsamer

  • Aktualisiert am

Bleibt vermutlich weiter restriktiv: Die EZB Bild: ddp

Die Geldmenge M3 ist im Monat Juli weniger schnell gewachsen als Analysten erwartet hatten. Im Vergleich zum Juli 2005 ist sie um 7,8 Prozent gestiegen. Das langsamere Geldmengenwachstum bedeutet aber nicht unbedingt, daß die EZB ihren Kurs ändert.

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          Das Wachstum der für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wichtigen Geldmenge M3 hat sich im Juli deutlich verlangsamt.

          Im Vergleich zum Juli 2005 sei M3 bereinigt um 7,8 Prozent gestiegen nach 8,5 Prozent im Juni, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. Analysten hatten mit einem stärkeren Zuwachs von 8,3 Prozent gerechnet.

          Schon seit fünf Jahren über dem Referenzwert

          Die Vergabe von Buchkrediten an den privaten Sektor beschleunigte sich erneut kräftig um 11,1 Prozent. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Mai bis Juli) wuchs die Geldmenge mit einer Jahresrate von 8,3 nach 8,7 Prozent.

          Das Geldmengenwachstum liegt schon seit rund fünf Jahren weit über dem Referenzwert von 4,5 Prozent, bis zu dem die Geldversorgung nach Einschätzung der EZB nicht zu stärkerem Preisanstieg führt.

          EZB warnt vor steigenden Preisen

          M3 umfaßt unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren Laufzeit.

          Die EZB warnt schon lange, daß die niedrigen Zinsen das Geldmengenwachstum antreiben. Auf längere Sicht führt eine übermäßige Geldversorgung der Wirtschaft nach Überzeugung der Zentralbank zu steigenden Preisen. Der M3-Anstieg ist deshalb einer der Gründe für den restriktiveren Kurs der EZB.

          Noch zwei Anhebungen in diesem Jahr erwartet

          Eine erste, aus Sicht der EZB beruhigende Zahl dürfte die Zentralbank allerdings nicht von weiteren Zinserhöhungen abbringen. „An einem Zinsschritt im Oktober wird dies nichts ändern“, sagte Klaus Wiener, Volkswirt von AMB Generali.

          Die EZB hat seit Ende 2005 den Schlüsselzins in vier Schritten auf drei von zwei Prozent erhöht. Bis zum Jahresende erwarten Volkswirte noch zwei weitere Anhebungen auf dann 3,5 Prozent.

          Nach wie vor beunruhigend für die EZB ist die kräftige Kreditvergabe. Diese könnte nach Befürchtung der Währungshüter zu preistreibender Nachfrage führen, zumal die Konjunktur im Euro-Raum mit Wachstumsraten von fast zweieinhalb Prozent inzwischen tüchtig Fahrt aufgenommen hat.

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