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Frühjahrsgutachten : Solider Aufschwung - Gefahr durch Mindestlohn

  • -Aktualisiert am

Die Institute erwarten ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Bild: dpa

Für die deutsche Wirtschaft geht es bergauf - so die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. Allerdings gefährde der Mindestlohn 200.000 Arbeitsplätze.

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          Es geht bergauf für die deutsche Wirtschaft - zumindest sehen das führende Wirtschaftsforschungsinstitute so. An diesem Donnerstag wurde die gemeinsame Frühjahrsprognose von vier Institutskonsortien veröffentlicht. In dem Gutachten sagen die Ökonomen ein Wachstum von 1,9 Prozent für das laufende Jahr voraus, nächstes Jahr werde die deutsche Wirtschaft um 2 Prozent zulegen. Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr mit 1,8 Prozent Wachstum und nächstes Jahr ebenfalls mit 2 Prozent.

          Treibende Wachstumskraft ist 2014 die Binnennachfrage; getragen wird sie von steigenden Löhnen und einem kräftigen Anstieg der Erwerbstätigenzahl. Aber: Das Plus könnte noch größer ausfallen. „Gegenwind für die deutsche Konjunktur kommt von der Wirtschaftspolitik“, warnen die Forscher. Die abschlagsfreie Rente mit 63 etwa sei „ein Schritt in die falsche Richtung“.

          Das Bruttoinlandsprodukt der vergangenen Jahre.

          Auch der geplante Mindestlohn von 8,50 Euro wird nach Ansicht der Institute Schaden anrichten. Zwar seien die wirtschaftlichen Konsequenzen „außerordentlich schwer abzuschätzen“. Die Institute erwarten jedoch, dass 2015 etwa vier Millionen Arbeitnehmer vom Mindestlohn betroffen sein werden und 200.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Nach Berechnung der Institute kostet der Mindestlohn 0,1 Prozent Wirtschaftswachstum.

          „Der flächendeckende Mindestlohn wird die Beschäftigungschancen Geringqualifizierter insgesamt eher schmälern und - da Transfers reduziert werden - kaum zur Reduktion von Armut beitragen.“ Und: „Die abschlagsfreie Rente ab 63 konterkariert die Bemühungen, die Rentenversicherung an die steigende Lebenserwartung anzupassen.“

          Grundlage für die Steuerschätzung

          Positiver sehen die Ökonomen die Entwicklung der Investitionen. Die Bauinvestitionen haben bereits an Schwung gewonnen, vor allem wegen des milden Winters. Die Institute gehen aber auch von steigenden Unternehmensinvestitionen aus.

          Relevant ist die Gemeinschaftsdiagnose, weil sie als Grundlage für die Projektionen der Bundesregierung dient - und auf diesen Projektionen wiederum basiert dann die Steuerschätzung. Beteiligt an der Studie sind vier Konsortien, die jeweils angeführt werden vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, vom Münchner Ifo-Institut, vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle und vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung aus Essen.

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