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Ziel erreicht? : Euro-Inflation steigt auf 2 Prozent

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Am 9. März treffen sich die Euro-Notenbanker das nächste Mal, um über die Geldpolitik zu entscheiden. Bild: dpa

Die Konjunktur hellt sich auf in der Europäischen Währungsunion, die Preise steigen wieder. Nun hat die Inflation genau den Wert erreicht, den die EZB anstrebt. Mit einem kleinen Haken.

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          Die zuletzt  bekannt gewordenen Konjunkturzahlen sind ziemlich positiv gewesen, die Stimmung in den Führungsetagen der Unternehmen ist zuversichtlich: Einiges spricht dafür, dass die Europäische Währungsunion wieder mehr Wirtschaftswachstum erleben kann. Das schlägt sich auch in den Preisen nieder - sie steigen wieder etwas. Spanien meldete gerade erst eine monatliche Teuerungsrate von 3 Prozent, die größte Volkswirtschaft Deutschland von 2,2 Prozent. Im Februar hat sich nun auch die Teuerungsrate in der Währungsunion insgesamt auf 2 Prozent erhöht, wie das Statistikamt Eurostat an diesem Donnerstag in Luxemburg mitteilte.

          So stark stiegen die Preise im Schnitt zuletzt im Januar 2013, im Januar dieses Jahres errechneten die Statistiker noch eine Inflationsrate in Höhe von 1,8 Prozent. Die nun erreichte Marke ist wichtig - denn sie entspricht etwa dem Zielwert, den die Europäische Zentralbank mittelfristig anstrebt. In der kommenden Woche treffen sich die Währungshüter um Notenbankchef Mario Draghi das nächste Mal.

          Und nach den vielen zuletzt veröffentlichten Wirtschaftskennzahlen gibt es wieder mehr Spekulationen, nach denen die Notenbanker womöglich wenigsten andeuten könnten, die Geldpolitik straffen zu wollen. Zur Erinnerung: Im Dezember hatten sie bereits beschlossen, die monatlichen Wertpapierkäufe von 80 auf 60 Milliarden Euro zurückzufahren ab April. Denkbar ist nun eine leicht abgewandelte Wortwahl in der öffentlichen Erklärung zur Sitzung. Dass die Währungshüter die negativen Zinsen schon jetzt etwas zurücknehmen, erwartet hingegen nahezu niemand.

          Denn einen kleine Makel hat die neue Inflationszahl: Sie erklärt sich wesentlich durch die wieder gestiegenen Ölpreise. Die Kosten für Energie legten im Februar um 9,2 Prozent zu. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent. Für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak mussten die Verbraucher 2,5 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat.

          Die Ökonomen der VP Bank teilen in einer Stellungnahme zu den neuen Zahlen denn auch mit: „Rechnet man die Energie- und Nahrungsmittelpreise heraus, steht im Jahresvergleich eine magere 0,9 Prozent zu Buche. Da die inflationstreibenden Energiepreiseffekte nun auslaufen, geht es in den kommenden Monaten mit den Teuerungsraten bereits wieder bergab. Letztlich handelte es sich beim Inflationsanstieg also um ein kurzes Intermezzo.“ Spannend wird sein, ob die Experten in der Notenbank dies auch so sehen - und natürlich, wohin sich der Ölpreis tatsächlich entwickeln wird.

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