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Entscheidung der Notenbank : Fed setzt Politik des billigen Geldes fort

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Mit der Arbeitslosigkeit ist er unzufrieden und lässt in der Geldpolitik deshalb alles beim Alten: Ben Bernanke Bild: REUTERS

Die amerikanische Notenbank ist nach wie vor unzufrieden mit dem Wachstum in den Vereinigten Staaten. Sie erklärte, die im November angekündigte geldpolitische Lockerung fortzusetzen. Außerdem bestätigte sie den historischen Tiefstand des Leitzinses zwischen 0,0 und 0,25 Prozent.

          Die größte Volkswirtschaft der Welt wächst - aus Sicht der amerikanischen Notenbank aber beileibe nicht schnell genug. Zwar setze sich die Erholung fort, teilte die Federal Reserve (FED) am Dienstag nach der Sitzung des Offenmarktausschusses mit. „Aber mit einer Rate, die nicht ausreicht, die Arbeitslosenquote zu verringern.“

          Die Zentralbank erklärte, ihre im November angekündigte und international heftig umstrittene geldpolitische Lockerung fortzusetzen. Dabei will sie für 600 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen, um langfristige Zinsen zu drücken und dadurch die Nachfrage anzukurbeln. Zu den Kritikern des Fed-Schritts gehört auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der Ergebnisse früherer massiver Geldspritzen der Notenbank als „trostlos“ bezeichnete.

          Die Konjunktureinschätzung der Fed fiel praktisch identisch zu der von Anfang November aus. Die Konsumfreude der Haushalte bleibe weiter durch hohe Arbeitslosigkeit, nur moderaten Einkommenszuwachs, den Wertverfall am Immobilienmarkt und schwierige Kreditbedingungen gedämpft. Arbeitgeber hielten sich mit Einstellungen nach wie vor zurück. Die Lage auf dem Häusermarkt bleibe schwierig.

          Historische niedriger Leitzins bestätigt

          Die Notenbank bestätigte am Dienstag den historischen Tiefstand des Leitzinses in der Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise hatte die Fed diesen Zielkorridor im Dezember 2008 festgelegt. Die Märkte rechnen wegen des schleppenden Aufschwungs erst 2012 mit einer Zinsanhebung.

          Der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke schließt nicht aus, dass es vier oder fünf Jahre dauert, bis sich in den Vereinigten Staaten die Lage auf dem Arbeitsmarkt normalisiert. Angesichts der schwächelnden Wirtschaftserholung und der hohen Arbeitslosigkeit sei eine weitere geldpolitische Lockerung „gewiss möglich“, sagte Bernanke in einem vor gut einer Woche ausgestrahlten Fernsehinterview.

          Als „normale“ Arbeitslosenquote nannte Bernanke eine Spanne zwischen fünf und sechs Prozent. Im November war sie auf 9,8 Prozent gestiegen, das ist der höchste Stand seit April.

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