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Statistisches Bundesamt : Deutsche Exporte im Juli merklich zurückgegangen

  • Aktualisiert am

Viele Exportgüter verlassen Deutschland über den Hamburger Hafen. Bild: dpa

Die deutschen Exporte sind im Juli im Vergleich zu letztem Jahr deutlich zurückgegangen. Trotzdem könnte Deutschland 2016 wieder Exportweltmeister werden.

          Die deutschen Exporte sind im Juli so kräftig eingebrochen wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Die Warenausfuhren fielen um 10,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 96,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

          Verglichen mit dem Vormonat schrumpften die um Kalender- und Saisoneffekte bereinigten Ausfuhren überraschend um 2,6 Prozent. Ökonomen hatten hier einen Zuwachs von 0,25 Prozent vorhergesagt.

          Der Wert der Importe ging im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,5 Prozent auf 76,9 Milliarden Euro zurück. Das ist ein Rückgang von 0,7 Prozent.

          Nach Angaben der Statistiker gingen insbesondere die Exporte in Drittländer außerhalb der Europäischen Union zurück. Dorthin wurden im Juli Waren im Wert von 40,1 Milliarden Euro exportiert - ein Minus von 13,8 Prozent.

          Werksferien und andere Sondereffekte als Gründe?

          Die Importe von dort gingen um 10,1 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro zurück. In EU-Mitgliedstaaten wurden demnach Waren im Wert von 56,3 Milliarden Euro exportiert und damit sieben Prozent weniger als im Juli 2015. Die Importe aus diesen Ländern gingen nach Angaben der Statistiker um 4,5 Prozent auf 51,3 Milliarden Euro zurück.

          “Das passt zu den schwachen Zahlen bei Produktion und Auftragseingängen. Bei den Exporten dürften ebenfalls Sondereffekte zum schwachen Abschneiden beigetragen haben. Die Werksferien fielen diesmal vor allem auf den Juli“, sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. „Deshalb scheint es hier Verschiebungen gegeben zu haben. Der Rückgang ist nicht auf den Brexit zurückführen, sondern auf Sondereffekte.“

          Im Vergleich zum aktuellen Exportweltmeister China schneidet Deutschland dieses Jahr insgesamt dennoch gut ab. Erst Dienstag hatte das Ifo-Institut prognostiziert, dass Deutschland 2016 wieder Exportweltmeister werden könnte. „Ein richtiger Einbruch ist daher nicht in Sicht“, sagt Sartoris.

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