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Außenhandel : Deutsche Exporte nach Europa wachsen schnell

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Deutschland einig Exportland Bild: dpa

So stark wie seit zwei Jahren nicht mehr hat sich die deutsche Ausfuhr im April beschleunigt. Viel neue Nachfrage kommt aus Europa. Die Exporte außerhalb der EU sanken.

          Die deutschen Unternehmen haben ihre Exporte im April dank der anziehenden Nachfrage aus Europa so kräftig gesteigert wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Sie erhöhten sich um 3,0 Prozent zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das Plus fiel damit doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet. In den beiden Vormonaten waren die Ausfuhren noch um 1,8 Prozent und 1,3 Prozent gesunken.

          Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 93,8 Milliarden Euro ins Ausland und damit 0,2 Prozent weniger als im April 2013. Dabei legten die Exporte in die EU-Länder, die nicht Teil der Währungsunion sind, mit 6,9 Prozent am stärksten zu. Dazu gehören osteuropäische Staaten wie Polen sowie Großbritannien. Die Ausfuhren in andere Länder der Währungsunion wuchsen um 2,7 Prozent. Die Exporte außerhalb der EU - wozu die Vereinigten Staaten, aber auch große Schwellenländer wie China und Russland zählen - fielen dagegen um 5,7 Prozent.

          Leichte Frühjahrsbelebung

          Von Januar bis April übertrafen die Exporte ihr Vorjahresniveau um 2,2 Prozent. Der deutschen Außenhandels BGA rechnet im Gesamtjahr mit einem Wachstum von drei Prozent, nachdem die Ausfuhren 2013 noch leicht geschrumpft waren. Die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ zog zuletzt spürbar an: Die exportabhängige Industrie erhielt im April 5,5 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat.

          Die Importe stiegen im April um 0,1 Prozent zum Vormonat. Analysten hatten hier ein Plus von 0,6 Prozent erwartet. Der Handelsüberschuss - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - betrug saison- und kalenderbereinigt 17,7 Milliarden Euro. Er fiel damit um rund 2,5 Milliarden Euro größer aus als erwartet.

          Unterdessen haben die deutschen Unternehmen ihre Produktion im April nur leicht nach oben gefahren. Sie stellten 0,2 Prozent mehr her als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Zuvor befragt Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet, nachdem es im März noch ein Minus von 0,6 Prozent gegeben hatte.

          Das Ministerium sieht das Produzierende Gewerbe - also Industrie, Bau- und Energiewirtschaft - weiter auf dem Weg der Besserung. Nach dem milden Winter falle die Belebung im Frühjahr allerdings wie erwartet schwächer aus als üblich. Das Ministerium betonte jedoch: „Die gute Auftragslage in der Industrie und im Bauhauptgewerbe und die anhaltende Zuversicht der Unternehmen signalisieren dabei eine
          Fortsetzung des Aufwärtstrends.“ Die Bestellungen der Industrie waren im April stärker als erwartet um 3,1 Prozent gestiegen.

          Die Produktion in der Industrie stieg leicht um 0,1 Prozent. Dabei meldeten die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien ebenfalls ein Plus von 0,1 Prozent, die Konsumgüterbranche produzierte sogar 1,1 Prozent mehr. Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen hingegen kamen auf ein Minus von 0,3 Prozent. Die Bauproduktion sank um 1,2 Prozent, die Energieversorger fuhren ihre Erzeugung um 2,7 Prozent hoch.

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