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Ausblick auf 2015 : Neuer deutscher Optimismus

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Die niedrige Arbeitslosigkeit treibt das persönliche Wohlergehen auf Rekordhöhe Bild: dpa

Wie wird das neue Jahr? Die Deutschen glauben: Es wird gut. Für die Gesellschaft sehen sie Schwierigkeiten - aber für sich selbst sind sie zuversichtlich. Vor allem die Jugend.

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          Fast jeder zweite Deutsche geht laut einer repräsentativen Umfrage mit großer Zuversicht ins neue Jahr. Mit 45 Prozent habe der Anteil der Optimisten im Dezember 2014 einen neuen Höchstwert erreicht, sagte der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski unter Berufung eine Studie des Instituts Ipsos. Ein Jahr zuvor hatten sich 44 Prozent optimistisch geäußert. Die Pessimisten sind mit 27 Prozent deutlich in der Minderheit, obwohl ihr Anteil um drei Prozentpunkte im Vergleich zu 2013 stieg. Der Rest der Befragten konnte sich laut Opaschowski nicht entscheiden.

          Wie die Umfrage weiter ergab, sind mehr Männer als Frauen Optimisten (48 zu 42 Prozent) und mehr Jüngere (14-34 Jahre: 50 Prozent) als Ältere (ab 55 Jahre: 38 Prozent). Schon im Sommer war in mehreren Umfragen deutlich geworden, dass die Deutschen mit ihrem Leben so zufrieden sind wie selten seit der Wiedervereinigung. Zuvor hatten die Deutschen ihre Lage lange pessimistischer eingeschätzt.

          Das heute verbreitete Gefühl, in einer „Bestzeit“ zu leben, erklärt Opaschowski mit der niedrigen Arbeitslosigkeit, steigenden Löhnen und der Rekordzahl bei der Beschäftigung. „Das persönliche Wohlergehen der Bevölkerung in Deutschland erreicht ein Rekordniveau“, konstatiert der Zukunftsforscher.

          Auf die Stimmung schlage dagegen die Sorge vor möglichen Preissteigerungen und Wohlstandsverlusten. Wegen der niedrigen Zinsen hätten viele Angst, erspartes Geld zu verlieren. Als weniger bedrohlich würden mögliche Beeinträchtigungen durch Streiks und Tarifkämpfe sowie eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich wahrgenommen. Die Krisen und Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten seien für die Deutschen relativ weit weg.

          Für bemerkenswert hält Opaschowski die Zuversicht der Jugend. Zwei Drittel der Befragten seien zwar der Ansicht, dass es für die junge Generation immer schwieriger werde, ebenso abgesichert und im Wohlstand zu leben wie die Elterngeneration. Und fast zwei Drittel der unter 34-Jährigen (61 Prozent) rechnen mit mehr Arbeitsplatzunsicherheit, jeder Zweite der Jüngeren (50 Prozent) befürchtet, dass eine „Wohlstandswende“ im Alltag ankommt.

          Trotzdem resigniere die Jugend nicht. Der Anteil der Optimisten sei bei den Jüngeren mit 50 Prozent fast doppelt so hoch wie der der Pessimisten, die 27 Prozent ausmachen. „Trotz weltweiter Finanz-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Umweltkrisen blickt die sogenannte „Generation Krise“ optimistisch in ihre eigene Zukunft“, resümiert der Zukunftsforscher.

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