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Konjunktur : Staatsausgaben für Flüchtlinge stützen Wachstum

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Der Staat nahm viel Geld für die Flüchtlinge in die Hand - etwa beim Bau von Wohncontainern. Bild: dpa

Auf der ganzen Welt kühlt sich die Konjunktur ab; vor allem in für Deutschland wichtigen Exportmärkten wie China. Bislang bleibt das Wachstum in Deutschland aber auf Kurs. Die vielen staatlichen Konsumausgaben für die Flüchtlinge sind nicht der einzige Grund.

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          Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresende 2015 auf Kurs geblieben. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt nach ersten Berechnungen am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im Gesamtjahr legte deutsche Wirtschaft um 1,7 Prozent zu. Damit entsprach das Wachstum der Schätzung der Bundesregierung, die schon im Oktober ihre Erwartungen von ursprünglich 1,8 Prozent auf 1,7 Prozent gesenkt hatte.

          „Die konjunkturelle Lage in Deutschland war damit im Jahr 2015 durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum gekennzeichnet“, erklärte die Behörde. Im dritten Quartal war die Wirtschaft ebenfalls um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Zu Jahresbeginn und im Frühjahr waren es demnach jeweils 0,4 Prozent.

          Staat gibt viel für Flüchtlinge aus

          Positive Impulse kamen zum Jahresende aus dem Inland: Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben deutlich - unter anderem, weil er für die Versorgung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge viel Geld in die Hand nehmen muss. Die Konsumfreude der Verbraucher trug ebenfalls zum Wachstum bei.

          Auch die Investitionen entwickelten sich positiv. Vor allem in Bauten wurde deutlich mehr investiert als im dritten Quartal 2015. Gebremst wurde das Wachstum nach vorläufigen Berechnungen dagegen vom Außenhandel, weil weniger Waren exportiert wurden als im Vorquartal. Der Rückgang der Einfuhren fiel dagegen weniger stark aus.

          In wichtigen Exportmärkten wie China hatte sich die Konjunktur zuletzt merklich abgekühlt. Im Gesamtjahr hatte die deutsche Exportwirtschaft dennoch einen Rekord verzeichnet.

          Im Vorjahresvergleich beschleunigte sich das Wirtschaftswachstum zum Jahresende. Das preisbereinigte BIP stieg im vierten Quartal 2015 um 2,1 Prozent, nach 1,7 Prozent im dritten Quartal und 1,6 Prozent im zweiten Vierteljahr. Allerdings gab es im Schlussquartal zwei Arbeitstage mehr als im Vorjahr.

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