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Außenhandel : Deutscher Export knackt die Billion-Euro-Marke

  • Aktualisiert am

Am Burchardkai im Hamburger Hafen. Bild: REUTERS

Internationale steht der große deutsche Exportüberschuss in der Kritik. Nach neusten Zahlen wächst er weiter.

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          Die deutschen Exporte haben im November die Marke von einer Billion Euro überschritten. Von Januar bis November 2013 wurden Waren im Wert von 1,012 Billionen Euro ins Ausland verkauft, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wuchs der Abstand zu den Einfuhren, was für neuerliche Kritik aus dem Ausland sorgen dürfte.

          Im Monat November führte Deutschland Waren im Wert von 94,6 Milliarden Euro aus, wie die Statistiker anhand vorläufiger Ergebnisse präsentierten. Das war 1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Für das Plus waren vor allem Ausfuhren in EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, verantwortlich. Sie stiegen im November um 4,9 Prozent.

          „Zäher, aber stabiler Aufschwung“

          Die nach Deutschland importierten Waren hatten im November einen Wert von 76,5 Milliarden Euro - sie gingen im Vergleich zum November 2012 um 0,4 Prozent zurück. Im Vergleich zum Oktober 2013 sanken sie um saisonbereinigt 1,1 Prozent, während die Ausfuhren um 0,3 Prozent zulegten.

          Der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier, bezeichnete die neuen Werte als „sehr gutes Zeichen“. Deutschland befinde sich in einem „Exportaufschwung“, sagte er. Der November sei der vierte Monat in Folge gewesen, in denen die Exporte saisonbereinigt zulegten - dies habe die deutsche Wirtschaft zuletzt im Herbst 2007 erlebt.

          Die aktuellen Zahlen gäben der Wirtschaft „Rückenwind für ein gutes Außenhandelsjahr 2014“, zeigte sich Treier zuversichtlich. Eine „überschäumende Entwicklung“ sei allerdings nicht zu erkennen. Vielmehr handele es sich um einen „zähen, aber stabilen Aufschwung“.

          Der Exportüberschuss, also der Abstand zwischen Aus- und Einfuhren, belief sich den Angaben zufolge im November auf 18,1 Milliarden Euro. Im Vorjahresmonat hatte er 16,9 Milliarden Euro betragen. Die Zunahme dürfte die internationale Kritik an der deutschen Exportstärke neu befeuern. Diese Kritik sei jedoch „fehl am Platz“, sagte Treier. Deutsche Produkte seien im Ausland nun einmal gefragt. Als Beispiel nannte er die Vereinigten Staaten, wo etwa deutsche Autos sehr bliebt seien.

          Zugleich sagte der stellvertretende DIHK-Geschäftsführer voraus, dass der deutsche Exportüberschuss schrumpfen werde. Dies hänge mit den Plänen deutscher Unternehmen zusammen, mehr zu investieren - auch im Ausland.

          Die amerikanische Regierung hatte vor wenigen Monaten in einem Kongressbericht gerügt, dass die Mischung aus international vergleichsweise schwachem Konsum und der starken Exportabhängigkeit Deutschlands die wirtschaftliche Entwicklung des Euroraums und der Weltwirtschaft bremse. Diese Frage dürfte auch beim aktuellen Besuch des amerikanischen Finanzminister Jack Lew in Berlin eine Rolle spielen.

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