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Arbeitsmarkt : So wenige Lehrverträge wie noch nie

Beliebter Arbeitgeber und Ausbilder: der Automobilhersteller BMW. Bild: dpa

Fast 84.000 Jugendliche haben zum neuen Lehrjahr keinen Ausbildungsplatz gefunden. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge ist so niedrig wie nie seit der Wiedervereinigung.

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          Die Zahl der abgeschlossen Verträge für eine Berufsausbildung hat den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Im Jahr 2013 gab es 530.000, das waren 20.500 oder beinahe 4 Prozent weniger als im Vorjahr.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Besonders deutlich war der Rückgang im Osten Deutschlands mit fast 6 Prozent. Dort ist durch den Geburtenknick nach der Wende auch die Zahl der Jugendlichen deutlich gesunken, es stehen somit also weniger potentielle Auszubildende zur Verfügung. Im Westen betrug das Minus 3,4 Prozent. In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen sorgten zudem doppelte Abiturjahrgänge für Entlastung.

          Neben dem demographischen Wandel gibt es weitere Gründe für den Rückgang in den Lehrberufen. Zum einen sorgt der Trend zu höheren Abschlüssen dafür, dass die Zahl der Studienanfänger mit mehr als einer halben Million mittlerweile fast gleichauf mit den neuen Lehrlingen liegt.

          Zum anderen sprechen Fachleute vom Bundesinstitut für Berufsbildung, die die Statistik erhoben haben, von einer steigenden „Passungsproblematik“: Das bedeutet, dass das Angebot an Lehrstellen und die Jugendlichen häufig nicht mehr zusammen passen. Das kann daran liegen, dass etwa Berufe im Handwerk, der Gastronomie oder in der Landwirtschaft nicht mehr den Wünschen der Jugendlichen entsprechen. Genauso gut ist möglich, dass die Qualifikation der Bewerber nicht den Anforderungen der Arbeitgeber entspricht.

          Fast 84.000 Jugendliche waren Ende bis Ende September bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgegangen. Derzeit versucht die Arbeitsagentur, die Kandidaten noch auf übrig gebliebene offene Stellen zu vermitteln.

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