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Amerikanische Konjunktur : Fed-Chef Bernanke zeigt sich enttäuscht

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Die Geldpolitik ist für Fed-Chef Bernanke „kein Allheilmittel” Bild: REUTERS

Fed-Chef Bernanke hat eingeräumt, dass die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr schwächer wächst als erwartet. Doch die Stützungsmaßnahmen der Notenbank, die in diesem Monat auslaufen, sollen wohl nicht verlängert werden.

          Die amerikanische Konjunktur hat nach den Worten von Notenbankchef Ben Bernanke an Fahrt verloren. „Das amerikanische Wirtschaftswachstum scheint in diesem Jahr bislang ein bisschen schwächer als erwartet auszufallen“, sagte der Fed-Chef am Dienstag in Atlanta. Gleichzeitig gab er aber keine Hinweise auf zusätzliche Stützungsmaßnahmen durch die Notenbank. „Die Geldpolitik ist kein Allheilmittel“, stellte Bernanke klar. In diesem Monat läuft das 600 Milliarden Dollar schwere Fed-Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen aus.

          Die Wirtschaft wachse immer noch nicht so, wie sie eigentlich könnte, sagte Bernanke. Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass der jüngste Schwächeanfall sehr lange anhalten werde. In der zweiten Jahreshälfte sei mit stärkerem Wachstum zu rechnen. Doch die Dynamik ist ungleich verteilt zwischen den Sektoren und aus der Sicht der arbeitslosen und unterbeschäftigten Bürger frustrierend langsam“, sagte der Geldpolitiker.

          Wenig Dynamik in Amerika

          Im Mai ist der Stellenaufbau am amerikanischen Arbeitsmarkt drastisch eingebrochen, während die Arbeitslosenquote weiter in die Höhe ging. Obwohl die Rezession in den Vereinigten Staaten vor zwei Jahren zu Ende ging, ist die Dynamik der Wirtschaftserholung bislang zu schwach, um für ein kräftiges Jobwachstum zu sorgen.

          Nachdem die amerikanische Regierung bereits gewaltige Geldsummen aufgewendet hat, um die Finanzkrise zu bekämpfen, fehlen nun die finanziellen Mittel, um die Wirtschaft zu stimulieren. Die amerikanische Notenbank, die nur mit einem langsamen Sinken der Arbeitslosenquote rechnet, dürfte ihre extrem lockere Geldpolitik noch für einen längeren Zeitraum fortführen, um die Wirtschaft zu stützen. Eine dritte quantitative Lockerung über den Kauf von Wertpapieren halten Experten wegen der Inflationsgefahr jedoch für unwahrscheinlich.

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