https://www.faz.net/-gqe-9vwwm

Kommission empfiehlt : Pflegefachkräfte sollen eigenen Mindestlohn bekommen

Blutdruckmessen bei einer Bewohnerin einer Seniorenanlage in Stuttgart Bild: dpa

Pflegekräfte sollen mehr verdienen: Das ist ein erklärtes Ziel der großen Koalition. Jetzt soll es für Fachkräfte erstmals einen eigenen Mindestlohn geben – von 15 Euro.

          1 Min.

          Pflegekräfte sollen mehr Lohn erhalten – das hatte die schwarz-rote Koalition zu einem zentralen Ziel ihrer Regierungsarbeit erklärt. Nun gibt es ein konkretes Ergebnis: Für Pfleger mit Fachkraftausbildung soll 2021 erstmals ein eigener Mindestlohn gelten, der über dem bisherigen Branchenmindestlohn für Pflegehelfer liegt. Zudem soll auch diese Untergrenze deutlich steigen. Das hat die von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eingesetzte Pflege-Mindestlohnkommission aus je vier Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern am Dienstagabend nach langer Beratung beschlossen. In der Regel setzt die Regierung solche Beschlüsse um.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Arbeit von Fachkräften muss der Empfehlung zufolge von Juli 2021 an mit mindestens 15 Euro je Stunde vergütet werden. Bei einer 38,5-Stunden-Woche wäre das ein monatliches Grundentgelt von 2512 Euro. Für April 2022 ist dann eine Erhöhung auf 15,40 Euro vorgesehen.

          Zugleich soll der seit 2010 bestehende Branchenmindestlohn – derzeit 11,05 Euro im Westen und 10,85 Euro im Osten – bis April 2022 schrittweise auf 12,55 Euro je Stunde steigen. Außerdem schlägt die Kommission die Einführung eines dritten Mindestlohns für Hilfskräfte mit einjähriger Ausbildung vor; dieser soll 2021 mit 12,50 Euro starten und 2022 auf 13,20 Euro steigen.

          Heil zeigte sich darüber erfreut. Die Kommission sei „unserem Anspruch gefolgt, zu differenzierten Mindestlöhnen für Hilfs- und Fachkräfte zu kommen“, erklärte er. Der Streit über Pflegelöhne dürfte dennoch weitergehen, denn Heils Plänen zufolge würde die Kommission bald überflüssig: Stattdessen sollen die Gewerkschaft Verdi und ein von der Arbeiterwohlfahrt angeführter neuer Arbeitgeberverband einen Tarifvertrag aushandeln, den Heil dann allen Pflege-Arbeitgebern vorschreiben würde. Die schon bestehenen Pflege-Arbeitgeberverbände lehnen dies strikt ab. Sie forderten die Koalition am Dienstag auf, sich um ein Konzept zur Finanzierung höherer Pflegekosten zu kümmern.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Projektil des Attentäters von Hanau in der Nähe des Tatorts

          Rechtsterrorismus : Der Plan hinter den Morden

          Rechtsterroristen morden nicht ohne Hintergedanken. Sie wollen einen Bürgerkrieg auslösen. Der Täter von Hanau folgte ihrer Strategie. Manche nennen sie die „Werwolf“-Methode.
          Angespannt: die Hamburger FDP-Landes- und stellvertretende Bundesvorsitzende Katja Suding am Sonntag bei Bekanntgabe der ersten Prognosen

          Panne bei Wahlauszählung : Die FDP hat in Hamburg doch weniger Stimmen

          Die FDP könnte den Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft verpassen, weil ihre Stimmen im Wahlbezirk Langenhorn mit denen der Grünen verwechselt wurden. Die Thüringer Turbulenzen haben auch in der Hansestadt das Vertrauen vieler Wähler in die Liberalen erschüttert.

          Bayern München : Die Kampfansage des Thomas Müller

          Es ist schon fast acht Jahre her. Doch vor dem Achtelfinale der Champions League kommt die Erinnerung an das dramatische Finale gegen Chelsea wieder hoch. Ein Bayer möchte nicht mehr darüber sprechen, ein anderer ist umso motivierter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.