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129 Liter am Tag : Wassernutzung steigt im Corona-Jahr

  • Aktualisiert am

Händewaschen gehört dazu. Bild: Picture-Alliance

Homeoffice, Händewaschen, Hygieneregeln: Die Corona-Pandemie sorgt höheren Trinkwasserbedarf. Die Wassernutzung steigt deutlich – auch durch Gartenbewässerung.

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          Händewaschen gehört seit einem Jahr für viele zur Bürgerpflicht. Damit sich das Coronavirus langsamer ausbreitet, wird auch das Reinigen der Hände als ein Mittel genannt. So steht die Wasserversorgung in der Pandemie-Zeit unter Spannung und wird ein Stück weit wichtiger als bislang. Damit verlangen auch die Haushalte deutlich mehr Wasser: Jeder Einwohner gebrauchte im Durchschnitt im vergangenen Jahr etwa 129 Liter Trinkwasser am Tag und damit vier Liter mehr als im Vorjahr. Das teilt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag nach einer vorläufigen Bestandsaufnahme mit.

          Der Anstieg liegt nicht nur am Händewaschen, sondern steht im Zusammenhang weiterer Corona-Folgen. Als Hauptgrund nennt BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand die Pandemie-Auswirkungen. „Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und ausgefallene Reisen haben dazu geführt, dass die meisten Bürger deutlich mehr Zeit zu Hause verbrachten und dort entsprechend mehr Wasser gebrauchten“, sagte er. Gleiches gilt für ein gestiegenes Hygienebedürfnisse wie eben häufigeres und längeres Händewaschen. Durch ein trockenes Frühjahr ist zudem mehr Wasser zur Gartenbewässerung zum Einsatz gekommen.

          Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt hingegen, dass der Wassergebrauch hierzulande sinkt. Im Jahr 1990 waren es etwa 147 Liter Trinkwasser je Person am Tag. Seither ist der Wert gesunken und lag im Durchschnitt im Jahr 2020 noch immer 12 Prozent niedriger als im Jahr 1990. Der durchschnittliche Wassergebrauch je Person und Tag lag bei 125 Liter im Jahr 2019, bei 127 Liter im Jahr 2018 sowie bei 123 Litern in den drei Jahren zuvor. Zwischen 2009 und 2014 lag der Wert bei 121 Litern oder 122 Litern sogar noch darunter.

          Nicht jeder braucht mehr Wasser

          Weynand mag noch nicht von einer Trendumkehr zu einem insgesamt höheren Wasserverbrauch reden. „Ob der Trend beim Wassergebrauch langfristig wieder nach oben geht oder der Anstieg im vergangenen Jahr nur ein coronabedingter Ausreißer war, bleibt abzuwarten“, sagte er.

          Anders als bei den privaten Haushalten ist der Trinkwassergebrauch im Kleingewerbe gesunken. Den Rückgang für kleinere Geschäfte und Dienstleistungen führt der Verband auf zwischenzeitliche Corona-Schließungen. Dieser glich den deutlichen Mehrbedarf der Haushalte bei weitem nicht aus.

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