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Deutscher Automarkt : 11 Prozent Minus bei alten Dieselautos

Was wird aus dem Diesel? Bild: dpa

Angesichts der Diskussion um Fahrverbote entscheiden die Deutschen auf dem Gebrauchtwagenmarkt anders. Anders sieht es mit Blick auf Neuwagen aus.

          Der Verkauf gebrauchter Dieselfahrzeuge in Deutschland ist deutlich rückläufig. Wie die Deutsche Automobil-Treuhand (DAT) aufgrund der Auswertung verschiedener Datenbanken berichtet, haben im Januar rund 11 Prozent weniger Besitzumschreibungen gebrauchter Dieselfahrzeuge stattgefunden als im Vorjahresmonat.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei ist die Nachfrage nach älteren Dieselfahrzeugen, die besonders von aktuellen oder möglichen künftigen Fahrverboten betroffen sind, noch deutlich stärker zurückgegangen. So ging die Zahl der verkauften Diesel-Fahrzeuge nach den Euro-Normen 1 bis 4 um durchschnittlich 13 Prozent zurück, auf 64.409. Der Rückgang beim Verkauf gebrauchter Euro-5-Diesel lag sogar bei 26 Prozent auf 48.976.

          Lediglich die relativ neuen Euro-6-Diesel, die bislang von Fahrverboten ausgenommen sind, konnten zulegen, und zwar um 7 Prozent auf 65.422. Gebrauchte Diesel stünden zudem weiter lange auf dem Hof der Händler; im Schnitt kämen sie auf 102 Tage – gebrauchte Benziner dagegen auf 92 Tage.

          Der Dieselneuwagenmarkt dagegen habe sich etwas erholt, berichtet die Automobil-Treuhand. Die Lieferschwierigkeiten im Zusammenhang mit dem neuen Abgas-Messverfahren WLTP scheinen überwunden: Im Januar seien 91.623 neue Diesel-Personenwagen in Deutschland zugelassen worden, dass seien 2,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Dienstwagen-Flotten der Unternehmen mit einem nach wie vor hohen Anteil an Diesel-Fahrzeugen hätten an diesen Zahlen einen erheblichen Anteil.

          Zu den Preisen von Gebrauchtwagen behauptet die DAT, zuletzt habe sich die Situation zumindest nicht mehr weiter verschlechtert. Drei Jahre alte Benziner verharrten bei einem Wert von 57 Prozent des ehemaligen Listenneupreises, drei Jahre alte Diesel bei 52,1 Prozent. Eine deutlichen Diesel-Abschlag gibt es da allerdings also nach wie vor.

          Zum Verkauf von Elektro-Autos heißt es, dort habe es eine leichte Verschiebung der Motive gegeben, warum Leute diese Autos oft nicht kauften. Zwar seien nach wie vor die zu geringe Reichweite und die hohen Anschaffungskosten die am häufigsten genannten Gründe gegen den Kauf eines Elektro-Autos. Auf Platz drei stehe aber jetzt das Argument, das Laden dauere zu lange – und nicht mehr das Argument, es gebe zu wenig Ladestationen.

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