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„Wildtier des Jahres“ : Auf leisen Sohlen in die Freiheit

  • -Aktualisiert am

Luchs im Tierpark Kunsterspring: Selten in freier Natur zu sehen Bild: ZB

Der Luchs ist wieder da. Im Harz siedeln sich viele Tiere an. Aber die Katzenart bleibt geheimnisvoll und zeigt sich selten.

          Das „Wildtier des Jahres“ bleibt ein geheimnisvolles Wesen. Nur wenige Menschen haben die größte europäische Wildkatze je in freier Natur gesehen. Dabei hat die Zahl der Luchse in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland zugenommen. Davon ist Ole Anders überzeugt, der die Wiederansiedlung des Luchses im Harz als Gemeinschaftsprojekt für die dortige Nationalparkverwaltung koordiniert. Wie aufwendig es ist, ein vom Menschen im vorletzten Jahrhundert ausgerottetes Tier in freier Wildbahn wieder heimisch zu machen, zeigt der jüngste Projektbericht, den die Nationalparkverwaltung Harz in Wernigerode unlängst veröffentlicht hat.

          Im Jahr 2000 wurden erstmals drei in Gehegen nachgezüchtete Luchse, zwei Kuder (Männchen) und eine Katze (Weibchen), in abgelegenen Waldgebieten ausgewildert. Bis zum Jahr 2006 folgten sieben weitere Kuder und 14 Katzen in die Wildbahn. Im Jahr 2007, als die Aussetzungen beendet waren, entkamen zwei Jungluchse aus einem Wildpark in Wernigerode, so dass 26 Luchse die Wiederbesiedlung des Mittelgebirges vornahmen, in dem 1818 der letzte freilebende Luchs geschossen worden war.

          Bis zum vergangenen Jahr wurden 18 Luchse tot aufgefunden, doch unter ihnen waren auch einige Nachkommen der ausgewilderten Tiere. In dem Bericht heißt es, dass bis 2010 insgesamt 86 Jungluchse in Freiheit geboren wurden. Man stützt sich dabei auf Sichtbeobachtungen von Junge führenden Luchsweibchen sowie viele Spuren und Funde von gerissenem Wild. Auch in diesem Jahr gibt es Hinweise auf Luchsnachwuchs.

          Hinterhältige Jagd

          Bevor sich eine Luchsmutter mit ihrem Nachwuchs im Spätsommer erstmals für kurze Zeit aus den weitgehend unzugänglichen Gebieten der Wälder herauswagt, versteckt sie ihren Wurf von zwei bis vier anfangs blinden Jungen nach der Geburt für mindestens zwei Monate in einer Höhle, zwischen Gesteinsbrocken oder unter den tief hängenden Zweigen eines Baumes. Sie verlässt ihr Geheck nur, um Mäuse, einen Hasen oder ein Reh zu erbeuten - für sich und um genügend Milch für ihre Jungen zu produzieren. Erst nach vier bis fünf Monaten stellen diese sich auf fleischliche Kost um und lernen von der Mutter, Beutetiere zu reißen. Bei der Jagd überrumpelt der Einzeljäger Luchs in den meisten Fällen seine Opfer aus dem Hinterhalt.

          Im Jahr 2000 wurden erstmals in Gehegen nachgezüchtete Luchse in abgelegenen Waldgebieten ausgewildert Bilderstrecke

          Gut getarnt durch das mit dunklen Flecken versehene Fell, wartet die Katze, bis die Beute mit wenigen Sprüngen erreichbar ist. Zu einer längerer Verfolgungsjagd ist das 15 bis 35 Kilogramm schwere Tier, dessen vordere Läufe kürzer als die hinteren sind, nicht in der Lage. Hat es etwa ein Reh zu Boden gerissen, tötet es dieses durch einen Biss in die Kehle. Oft schleppt es seinen Riss an einen wenig auffallenden Platz und bedeckt es nach der ersten Mahlzeit mit Zweigen und Blättern. Mehrfach kehrt der Luchs zu seiner Beute zurück und kann sich so tagelang von ihr ernähren.

          Streifzug durch riesige Gebiete

          Die Umstellung auf feste Nahrung und eigene Jagdtechnik überleben in der Regel 50 bis 80 Prozent der Jung-Luchse nicht, so dass oft nur ein oder zwei von ihnen im Herbst und Winter ihrer Mutter folgen. Etwa zehn Monate führt sie ihren Nachwuchs durch ihr Revier und versucht, ihnen vor allem bei Kälte und Schnee beizustehen und sie bei der Jagd anzuleiten. Im März und April interessieren sich die Kuder für die Weibchen, und während der Paarungszeit löst sich die Mutter von ihrem letztjährigen Nachwuchs.

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