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FAZ-Sprinter : Wiedersehen mit Greta und Abschied von unserem Wald

Unsere Sprinter-Autorin: Rebecca Boucsein Bild: Robert Wenkemann

Das Klimakabinett streitet über höhere Preise fürs Fliegen, Greta Thunberg reist mit dem Zug nach Berlin und Forstwirte bangen um einen tief in der deutschen Geschichte verwurzelten Baum. Was sonst noch wichtig wird, steht im FAZ-Sprinter.

          Was würde Greta tun? Das ist vielleicht noch kein geflügeltes Wort, aber in Zeiten des Klimawandels zumindest kurz davor. Der mittlerweile vielbeschworene Greta-Effekt dürfte noch näher dran sein. Und da Freitag längst nicht mehr nur der Tag ist, der erfreulicherweise das Wochenende einläutet, geht es auch heute – Sie ahnen es – ums Klima. So werden in Berlin trotz Schulferien vermutlich abermals Tausende junge Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen, und auch Greta Thunberg reist wieder an – selbstverständlich mit dem Zug.

          Rebecca Boucsein

          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          Dass mittlerweile eigentlich jeder Tag das Prädikat „Klimatag“ verdient hätte, zeigen diese Kostproben an Nachrichten. Eine, die unter dem Titel „arktische Hitzewelle“ in den sozialen Netzwerken für Aufsehen sorgte: 900 Kilometer vom Nordpol entfernt wurde am Sonntag an einer kanadischen Militärstation ein neuer Temperaturrekord von 21 Grad gemessen – der gewöhnliche Durchschnittswert im Juli liegt bei 3,4 Grad. Eine, die eher in die Rubrik skurril fällt: Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) skizzierten die – wie sie selbst eingestanden haben – absurde Idee, Teile der Antarktis künstlich zu beschneien, um den Anstieg des Meeresspiegels einzudämmen. Und eine politische, die uns in den kommenden Monaten noch weiter beschäftigen wird: So tagte gestern Abend in Berlin das Klimakabinett. Das Mittel der Wahl, um die deutschen Klimaschutzziele einzuhalten: ein nationaler CO2-Preis. Im Gespräch ist, Sprit, Heizöl und Erdgas über einen CO2-Preis teurer zu machen.

          Wie viel das am Ende bringt? Auch nach drei Gutachten ist diese Frage noch offen. Umweltministerin Svenja Schulze will zudem beim Fliegen an der Preisschraube drehen, was Wirtschaftsminister Altmaier prompt ablehnte. Bis Ende September soll es eine Einigung geben.

          Dass unsere Wälder so oder so bald anders aussehen werden, scheint jedenfalls ausgemachte Sache zu sein. Sie bestehen zu einem Viertel aus Fichten, die am stärksten vom neuen Waldsterben bedroht sind. Warum wir von der „nützlichen, duftenden, heilenden, malerischen Fichte, einem ikonografischen Baum“ Abschied nehmen müssen, der nach dem Zweiten Weltkrieg massenhaft gepflanzt wurde, beschreibt Wiebke Hüster in ihrem lesenswerten Artikel, der sich wie eine Ode an den Baum liest. Und sie verrät, was das für unsere Landschaft bedeutet und ob man die Entwicklung vielleicht doch noch aufhalten kann. Vielleicht haben Sie ja an diesem Freitag früh Feierabend und Zeit für die Lektüre.

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          Was soll angesichts des Klimawandels auf dem Teller landen? Darf es noch Fleisch sein, reicht vegetarisch oder geht eigentlich mit gutem Gewissen nur noch vegan? Diese Fragen stellen sich viele und greifen immer häufiger zu nichttierischen Lebensmitteln. Mit einem Zuwachs von 15 Prozent bei neu eingeführten veganen Produkten ist Deutschland weltweit Spitzenreiter. 1,3 Millionen Menschen leben hierzulande vegan. Meine Kollegin Johanna Christner ist der Frage nachgegangen und hat herausgefunden, was die Abkehr vom Steak wirklich bringt, ob Camembert ein Klimakiller ist und wie viel CO2 durch die Produktion von Joghurt anfällt. Antworten fand sie unter anderem bei einer ehemaligen Sozialarbeiterin, die Landwirtin wurde, um die Welt zu verändern, und heute einen Ökohof betreibt und bei einem Unternehmen, das zu einer Zeit gegründet wurde, als bio noch uncool war und das heute mit Influencern erfolgreich für sich wirbt.

          Und sonst? Verhandelt der Bundesgerichtshof heute über Fress-Schäden an Buchen. Aufgebrachte Waldbauern wollen, dass die einzige freilebende Wisentherde in Deutschland ihrem Grund fernbleibt. Veröffentlichen die katholische und die evangelische Kirche Mitgliederzahlen für 2018, und finden am Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen in der Ukraine statt.

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          Iran signalisiert Gesprächsbereitschaft: Für ein Ende der Sanktionen würde sein Land Kontrollen des Atomprogramms ausweiten, sagte Außenminister Zarif.

          Keine Drohne vermisst: Ebenfalls beim Besuch der UN bestritt Zarif amerikanische Berichte über einen Abschuss in der Straße von Hormus.

          FDP für bundesweites Zentralabitur: Der Parteivorsitzende Lindner würde eine Änderung des Grundgesetzes unterstützen.

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