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Schweden : Wie man U-Boote jagt

Korvette der „Visby-Klasse“ im Stockholmer Schärengarten - neben der K31 („Visby“) gibt es noch die K32 („Helsingborg“), die K33 („Härnösand“), die K34 („Nyköping“) und die K35 („Karlstad“) Bild: dpa

Die Marine war einmal der Stolz der Schweden. Dazu gehörte auch eine besondere Unterwasser-Aufklärung. Davon ist nicht viel geblieben.

          Schweden hat sich bei der U-Boot-Jagd international einen Namen gemacht. Das war auch dringend nötig, nachdem das Land im Kalten Krieg mehrere Male eine Verletzung seiner Hoheitsgewässer hinnehmen musste, ohne etwas dagegen tun zu können - und ohne etwas gefunden zu haben. Einen kräftigen „Weckruf“ gab es 1981. Nachdem damals das auf Grund  gelaufene sowjetische U-Boot „U137“ in den Schären entdeckt worden war, wurde die schwedische Marine mit einer besonderen Unterwasser-Aufklärung ausgerüstet. Voll einsatzfähig war sie erst in den neunziger Jahren. Doch davon ist nicht viel geblieben.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Die schwedischen Streitkräfte haben in den vergangenen Jahren an Kampfkraft verloren - der Verteidigungsetat wurde stark gekürzt. Auch die Marine ist bei weitem nicht mehr so gut ausgerüstet wie noch vor dreißig Jahren, als „U-Boot-Jagden“ wie die der vergangenen Tage fast schon im Jahresrhythmus vorkamen. Ende der achtziger Jahre hatte die schwedische Armee noch vierzig Kriegsschiffe. Heute sind es nur noch elf.

          Zum Kampf gegen U-Boote setzt die schwedische Marine davon vor allem ihre Korvette der Visby-Klasse ein, benannt nach dem Ort auf der Ostseeinsel Gotland. Sie ist die Nachfolgerin der „Stockholm-Klasse“, die in den achtziger Jahren zur U-Boot-Jagd eingesetzt und speziell dafür ausgelegt wurde. Sie ist auch heute noch im Einsatz. Das erste Korvette der Visby-Klasse ist gut zwanzig Jahre alt. Die letzte der fünf Korvetten, die „Karlstad“, ging 2006 vom Stapel. Alle Schiffe sind ganz auf Patrouillen zur Minensuche, zur U-Boot-Ortung und zur Bekämpfung von U-Booten vor der Küste ausgelegt. 

          Entscheidend für die U-Boot-Jagd sind aber U-Boot-Jagdhubschrauber. Sie sind schnell, wendig und können rasch reagieren. Über die Anschaffung neuer Hubschrauber führt Schweden seit Jahren eine Debatte - eigentlich schon seit jenem Oktober 1981, als vor der Küste ein sowjetisches U-Boot entdeckt wurde. Erst danach rüstete sich die schwedische Armee für die U-Boot-Jagd. Neue Jagdhubschrauber sollen aber erst im kommenden Jahrzehnt eingesetzt werden können.

          Kritisiert wird deshalb auch die Verschrottung von Schiffen, die speziell entwickelt wurden, um Unterwasseraktivitäten aufzuspüren. Dafür rüstete sich die schwedische Marine Anfang der neunziger Jahre mit neuartigen Schiffen aus, die unter anderem Sonarbojen aussetzten. Dabei handelt es sich um vier Schiffe der „Ejdern-Klasse“ (benannt nach der Wildente „Ejder“), die aber 2004 eingemottet wurden. Sie sind nur etwa 20 Meter lang, die Besatzung besteht aus neun Mann.

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