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WHO ruft höchste Alarmstufe 6 aus : Schweinegrippe-Pandemie als Formsache

  • Aktualisiert am

Experten und Behörden warnen vor Panik und Überreaktionen, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Alarm für die Schweinegrippe auf die höchste Stufe angehoben und damit zum ersten Mal seit über 40 Jahren eine Pandemie ausgerufen hat.

          Nach der Einstufung der Schweinegrippe als Pandemie und Ausrufung der höchsten Alarmstufe 6 durch die Weltgesundheitsorganisation WHO haben Experten vor Panik und Überreaktionen gewarnt. Dennoch dürfe die Krankheit wegen ihres hierzulande meist moderaten Verlaufs nicht unterschätzt werden, sagte der Präsident des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, im ZDF. Bei erhöhten Fallzahlen werde es auch in Deutschland schwere Verläufe der Grippe geben. In den Vereinigten Staaten, wo mehrere mit dem neuen H1N1-Grippevirus infizierte Menschen gestorben sind, habe man gesehen, „dass es so sein kann“.

          „Die Welt ist nun in der Frühphase der ersten Grippe-Pandemie des 21. Jahrhunderts“, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Donnerstag in Genf. „Das Virus ist nun unaufhaltsam.“ Dennoch erwarte die WHO nicht einen plötzlichen und dramatischen Anstieg der Anzahl schwerer und tödlicher Infektionen. Die von dem Schweinegrippevirus ausgehende Gefahr bezeichnete Chan als „moderat“. Die WHO rief ihre Mitglieder auf, keine Grenzen zu schließen und den Welthandel nicht zu unterbrechen.

          UN-Generalsekretär Ban Ki-moon mahnte, „auf der Hut“ zu sein. „Wir wissen nicht, welches Bild sich in den kommenden Monaten entwickelt“, sagte Ban am Donnerstag in New York. Bislang sei das Virus vor allem in entwickelten Ländern aufgetreten. „Das dürfte sich bald ändern - und wird Konsequenzen haben“, so Ban weiter. In den armen Ländern seien die Gesundheitssysteme schlechter entwickelt und die Menschen würden sich später in medizinische Behandlung begeben. Zudem seien dort auch andere Infektionskrankheiten stärker verbreitet. „Außerdem müssen wir auch daran denken, dass die Grippesaison in der südlichen Hemisphäre jetzt erst beginnt“, sagte der UN-Generalsekretär. Zugleich warnte auch er vor Überreaktionen.

          „Fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung“

          Wie erwartet hatte die WHO am Donnerstag die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. Die Influenzafachleute stimmten dem Schritt auf einer Dringlichkeitssitzung in Genf zu, nachdem es in den vergangenen Tagen gleich in zwei weiteren WHO-Großregionen (Europa und Australien) zu einem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen gekommen war.

          Voraussetzung für die Ausrufung der höchsten Pandemiestufe sechs ist eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung eines Influenzavirus - in diesem Fall des Erregers H1N1. Phase sechs weist nun darauf hin, „dass sich eine globale pandemische Situation aufbaut“, wie es beim Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin dazu heißt. Eine Pandemie führt gewöhnlich zu einer Erkrankungs- und Sterberate, die übliche Influenzawellen übertrifft.

          Das H1N1-Virus sei völlig neu und unberechenbar, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Insgesamt handele es sich aber um eine „gemäßigte Pandemie“. Die WHO empfehle keine Grenzschließungen oder sonstige Beschränkungen für Reisen. Bislang gibt es nach WHO-Angaben auf der ganzen Welt mehr als 27.500 Erkrankungen, 141 Menschen starben an der Schweinegrippe. Bei einer normalen saisonalen Influenza sterben etwa 6000 Menschen allein in Deutschland.

          Schmidt: „Deutschland gut vorbereitet“

          Es ist das erste Mal seit 41 Jahren, dass ein neuartiges Influenzavirus zu einer Epidemie geführt hat, die sich auf der ganzen Welt ausbreitet. Im Jahr 1968 grassierte die sogenannte Hongkong-Grippe, an der bis zu zwei Millionen Menschen - in Deutschland rund 30.000 - starben. Die bisherigen Krankheitsverläufe nach Schweinegrippe-Infektioen sind aber zumeist harmloser. Dennoch wurde die Warnstufe wurde von 5 auf 6 erhöht, was laut WHO einen globalen Ausbruch bedeutet.

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