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Appell aus Washington : Deutschland soll Botschafter aus Nordkorea abziehen

  • Aktualisiert am

„Ruft Euren Botschafter zurück“, fordert die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums, Heather Nauert. Bild: dpa

Nach dem nordkoreanischen Raketentest hat das amerikanische Außenministerium den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Pjöngjang gefordert. Donald Trump baut derweil in eine nüchterne Rede eine wüste Beschimpfung ein.

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          Die Vereinigten Staaten haben das Auswärtige Amt in Berlin aufgefordert, seinen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen. Länder mit diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea sollten diese abbrechen, um den Druck auf Nordkorea im Atomstreit mit dem kommunistischen Land zu erhöhen, sagte die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums, Heather Nauert, am Mittwoch in Washington. „Ruft euren Botschafter zurück“, sagte sie mit Blick auf Deutschland.

          Die Bundesrepublik gehört anders als die Vereinigten Staaten zu den Ländern, die bisher ihre diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea trotz dessen Atomprogramm aufrechterhalten haben. Deutschland wird gegenwärtig von dem Diplomaten Thomas Schäfer in Nordkorea repräsentiert.

          Deutschland habe sich im Kampf gegen das System nordkoreanischer Zwangsarbeiter im Ausland bereits als hilfreicher Partner erwiesen, sagte Nauert.

          Trump beschimpft Kim Jong-un: „Kranker junger Hund“

          Das Problem Nordkorea betreffe nicht nur die Vereinigten Staaten, fügte sie hinzu. „Nordkorea bedroht die gesamte Welt.“ Es bedürfe gemeinsamer weiterer Anstrengungen, um die Führung in Pjöngjang an den Verhandlungstisch zu bewegen. China und Russland stünden besonders in der Verantwortung. Einer Verhandlungsgrundlage, dass die Vereinigten Staaten im Gegenzug für einen Verzicht Nordkoreas auf die Raketen- und Nuklearprogramme auf gemeinsame Manöver mit Südkorea in der Region verzichten könnten, erteilte sie abermals eine Absage.

          Die Forderung nach dem Abbruch diplomatischer Beziehungen bekräftigte auch die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley. In einer Dringlichkeitssitzung der Vereinten Nationen rief Haley alle Länder dazu auf, ihre diplomatischen und Handelsbeziehungen mit Pjöngjang zu beenden. Zugleich warnte Haley, "im Falle eines Kriegs" werde die Führung in Nordkorea "vollkommen zerstört" werden.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat in einer Rede zur geplanten Steuerreform am Mittwoch unversehens Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beschimpft. Wenn die Steuern wie vorgesehen gesenkt würden, bedeute das für die Wirtschaft Raketentreibstoff - „rocket fuel“, sagte Trump am Mittwoch in St. Charles (Bundesstaat Missouri). Das Wort „rocket fuel“ brachte ihn offensichtlich dazu, „little rocket man“ zu sagen, eines der Schimpfwörter, mit denen Trump Kim Jong-un wegen dessen international viel kritisierten Raketenprogramms belegt.

          Dann sagte Trump: „Er ist ein kranker junger Hund“ („sick puppy“) – was auf niemand anderen gemünzt sein konnte als auf Kim. Im nächsten Satz kehrte der Präsident zum Hauptthema seiner Rede zurück, den Steuern.

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