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„Lassen uns nicht zerschlagen“ : Warnstreik bei Airbus und Aerotec

  • Aktualisiert am

Beschäftigte des Airbus-Werkes in Finkenwerder protestieren gegen die geplante Umstrukturierung Bild: dpa

Seit der Ankündigung von Airbus-Chef Faury, dass Teile von Airbus Operations und Premium Aerotec in einer neuen Tochter aufgehen sollen, fürchten viele Mitarbeiter um ihren Job. Mehr als 10.000 von ihnen streiken heute deshalb.

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          Wegen der geplanten Umstrukturierung bei Airbus Operations und Premium Aerotec sind am Freitag in ganz Deutschland mehrere Tausend Beschäftigte in einen knapp eintägigen Warnstreik getreten. Bis zum Nachmittag hätten bereits mehr als 10.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt und sich an Kundgebungen beteiligt, wie die IG Metall mitteilte. Im Laufe des Tages und in der Nacht sollten weitere Arbeitsniederlegungen folgen. Betroffen waren den Angaben zufolge die Standorte des Flugzeugbauers Airbus in Hamburg, Stade, Bremen und Buxtehude. Bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec wiederum streikten den Angaben zufolge Beschäftigte in Augsburg, Bremen, Varel und Nordenham.

          „Das ist ein starkes Signal an das Airbus-Management. Gemeinsam mit den Beschäftigten an allen Standorten von Airbus und Premium Aerotec haben wir deutlich gemacht: Wir lassen uns nicht spalten“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, bei einer Kundgebung mit etwa 1000 Beschäftigten bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder. Er forderte den Arbeitgeber auf, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen.

          IG Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner betonte vor etwa 1500 Aerotec-Beschäftigten in Augsburg: „Schlanke und effiziente Strukturen in der Wertschöpfungskette gestalten wir gerne mit, gegen eine Zerschlagung von Standorten bei Airbus und Premium Aerotec werden wir aber Widerstand organisieren.“ Der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn warnte: „Wenn Airbus seine Verkaufspläne umsetzt, stehen in Augsburg 2200 Arbeitsplätze auf dem Spiel.“

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          Airbus-Chef Guillaume Faury hatte im April angekündigt, dass Anfang 2022 Teile von Airbus Operations und große Teile von Premium Aerotec mit seinen insgesamt rund 13.000 Beschäftigten in einer neuen Tochter aufgehen. Zudem soll eine neue Einheit entstehen, die sich auf die Fertigung von Einzelteilen und Kleinkomponenten konzentriert. Für dieses Unternehmen, das auch andere Kunden bedienen soll, strebt Airbus die Verbindung mit einem „starken, externen Partner“ an.

          IG Metall fordert Absicherung für Beschäftigte

          Sollten Beschäftigte deshalb ihren Job verlieren, fordert die IG Metall für sie als Absicherung eine Abfindung von drei Bruttomonatsgehältern je Beschäftigungsjahr bei einem Sockelbetrag von 25.000 Euro. Zudem sollen eine Härtefallregelung für IG-Metall-Mitglieder sowie zweijährige Qualifizierungsmaßnahmen bei Fortzahlung der Bezüge vereinbart werden. Die IG Metall verlangt eine Laufzeit von zwölf Jahren für diese Regelung.

          Ein Airbus-Sprecher sagte, die Unternehmensleitung verstehe, dass die derzeitige Situation Unsicherheiten hervorrufe. „Wir sind bereits mit unseren Sozialpartnern in Verhandlungen und haben konkrete Zugeständnisse für die Neuorganisation und ihre Umsetzung einschließlich Sicherungsmechanismen für die Standorte und Beschäftigung unterbreitet“, sagte er. Airbus sei aber weiter überzeugt, das Einzelteilgeschäft durch einen Verkauf an einen starken Partner zukunftssicher machen zu können.

          Hamburgs Werkleiter und Geschäftsführer Airbus Commercial in Deutschland, André Walter, sagte: „Wir (...) respektieren das Recht unserer Beschäftigten, ihren Sorgen in Form eines Warnstreiks Ausdruck zu verleihen.“ Es müsse aber eine Lösung am Verhandlungstisch gefunden werden. „Wir haben die Verantwortung, die Zukunft von Airbus und die Zukunft von Airbus in Deutschland vorzubereiten und sind überzeugt, dass unsere Pläne die besten Lösungen für Airbus und unsere Beschäftigten bieten.“

          Unterstützung erfuhren die Streikenden vom arbeitsmarktpolitischen Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Jan Koltze: „Airbus muss zu seinen Beschäftigten stehen und dafür braucht es einen Tarifvertrag mit Garantien.“ Das sei eine Frage von Respekt und fairer Sozialpartnerschaft - aber auch von wirtschaftlicher Vernunft. „Es darf nicht sein, dass ohne Not Verunsicherung über die Zukunft von Arbeitsplätzen und Einkommen entstehen“, sagte Koltze.

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