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Vorwahlen der Demokraten : Bitter nötiger Erfolg

Joe Biden hat die Vorwahl der Demokraten in South Carolina gewonnen. Bild: EPA

Joe Bidens Kampagne für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten wird durch den Erfolg in Süd-Carolina glaubhaft am Leben erhalten. Wichtig für den früheren Vizepräsidenten wird ein Argument sein, das ihm diese Vorwahl an die Hand gibt.

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          Zuletzt hatte Joe Biden schon fast verzweifelt alles auf die Vorwahlen der Demokratischen Partei in Süd-Carolina gesetzt. Nach seinem enttäuschenden, schlechten Abschneiden in Iowa, New Hampshire und Nevada brauchte er einen Erfolg, der seine Kampagne für die Präsidentschaftskandidatur der Partei glaubhaft am Leben lassen würde. Und der 77 Jahre alte frühere Vizepräsident bekam diesen Erfolg. Er ist der große Gewinner dieser ersten Vorwahl in einem Südstaat. Biden setzte auf die Loyalität insbesondere schwarzer Wähler, und die verweigerten ihm diese Treue nicht: Der linke Senator Bernie Sanders landete abgeschlagen auf dem zweiten Platz, was freilich so erwartet worden war, liegt aber weiterhin gut im Rennen.

          Wichtig für Biden wird ein Argument sein, das ihm diese Vorwahl an die Hand gibt: dass er nämlich derjenige ist, der am ehesten einen Präsidentschaftskandidaten Sanders verhindern könne und dann, in der Hauptschlacht im November, die besten Aussichten habe, Präsident Trump zu schlagen; wegen seiner Attraktivität für gemäßigte, ideologisch nicht festgelegte Wähler und, eben, auch für nichtweiße Wähler. Die Bewerber, die bislang vor allem im Teich der Gemäßigten fischten, der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg, und die Senatorin Amy Klobuchar, machten in Süd-Carolina – ein Bundesstaat, in dem Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag erst ab einer Schwelle von 15 Prozent der Wählerstimmen vergeben werden – keinen Stich. 

          Eine Vorentscheidung in dieser Vorauswahl wird an diesem Dienstag fallen, wenn in nicht weniger als in 14 Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten werden, darunter in Kalifornien, wo der größte Preis in puncto Delegierten winkt. Dann wird sich das Feld weiter lichten und herauskristallisieren, wer in dem innerdemokratischen Kampf „gemäßigt gegen links“ die besten Karten hat. Mindestens bis dahin kann sich Joe Biden in dem Erfolg von Süd-Carolina sonnen; aber den hatte er auch bitter nötig.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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