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Vor dem G-20-Gipfel : Die Verseuchung des Gipfels

Demonstranten sammeln sich in Nizza schon vor Beginn des G-20-Gipfels, der nun doch von der Euro-Krise überschattet werden wird Bild: AFP

Das Euro-Chaos holt Sarkozy auch in Cannes ein: Er sei „konsterniert“ über die Entscheidung des griechischen Ministerpräsidenten Papandreou für ein Referendum, heißt es. Beifall erhielt Papandreou vom rechtsextremen Front National.

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          Kurz vor dem G-20-Gipfel in Cannes hat Gastgeber Nicolas Sarkozy am Dienstag eine Krisensitzung im Elysée-Palast einberufen. Nach der griechischen Referendumsankündigung droht die europäische Staatsschuldenkrise die Tagesordnung des am Donnerstag beginnenden Treffens der Staats- und Regierungschefs an der französischen Riviera zu beherrschen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Genau das hatte Präsident Sarkozy vermeiden wollen und auch deshalb in den vergangenen Wochen unter Hochdruck an einer europäischen Lösung gearbeitet, um sich amerikanische oder chinesische Vorhaltungen über das Rettungschaos in Cannes zu ersparen. Doch jetzt kehrt das Katastrophenszenario zurück, das Sarkozy mit der Vereinbarung der Euro-Staaten vom 23. und 26. Oktober abgewendet zu haben glaubte.

          Mit Premierminister Fillon, Wirtschafts- und Finanzminister Baroin, Haushaltsministerin Pécresse, Außenminister Juppé sowie dem französischen Zentralbankchef Christian Noyer beriet Sarkozy am Dienstag über das weitere Vorgehen. Premierminister Fillon hatte eigentlich an diesem Mittwoch in seinem Amtssitz mit den Chefs der wichtigsten französischen Großbanken die Details ihrer Beteiligung am freiwilligen Schuldenschnitt aushandeln wollen. Doch die gesamte Vereinbarung der Euro-Staaten gerate durch die Referendumsankündigung ins Wanken, sagte nun ein Präsidentenberater. Nicolas Sarkozy sei „konsterniert“, dass Ministerpräsident Papandreou ohne jegliche Rücksprache den europäischen Rettungsplan durch eine Volksabstimmung in Frage stelle, hieß es aus dem Elysée-Palast.

          „Die Geste der Griechen ist irrational und gefährlich“, sagte ein Präsidentenberater gegenüber „Le Monde“. „Die Entscheidung ist unverständlich. Wenn man weiß, welche Schwierigkeiten Nicolas Sarkozy und Angela Merkel überwinden mussten, um den mutigen Plan durchzusetzen, dann kann ich nur die Entscheidung des griechischen Ministerpräsidenten bedauern, die mir unverantwortlich erscheint“, sagte der dem Präsidenten nahestehende UMP-Abgeordnete und Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi. Es sei zu hoffen, dass Papandreou seine Entscheidung revidiere. „Wenn man sich in einer Krisensituation befindet und andere wollen einem helfen, dann ist es beschämend, wenn man nur versucht, seine eigene Haut zu retten, statt sich seiner Verantwortung zu stellen“, sagte Estrosi.

          Beifall für die Referendumsankündigung erhielt der griechische Ministerpräsident hingegen von der rechtsextremen Partei Front National. „Das ist der Anfang vom Ende des Euro“, teilte Florian Filippot mit, der Kampagnenleiter Marine Le Pens. Endlich gebe es eine „schwache demokratische Hoffnung“ in einem Land, das seit Monaten schlimmstem Druck ausgesetzt sei. „Nicolas Sarkozy ist sogar vor China niedergekniet, um die Illusion einer Euro-Rettung zu bewahren“, sagte Filippot. Marine Le Pen werde Frankreich aus dem Euro und damit aus der Krise führen. Auch der Präsidentschaftskandidat der Linksfront, der abtrünnige Sozialist Jean-Luc Mélenchon, begrüßte die Volksabstimmung als „demokratisches Minimum“. Griechenland habe 13 Generalstreiks erlebt, es sei an der Zeit gewesen, dem Volk die Stimme zu geben, sagte Mélenchon.

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