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Queen Elizabeth II. besucht Irland : Versöhnliche Visite

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Bild: afp

Versöhnliche Gesten prägen den historischen Besuch der britischen Königin in Irland. So drückte Elizabeth II. den Opfern des Konflikts zwischen Irland und seiner einstigen Kolonialmacht ihr „tiefes Mitgefühl“ aus.

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          Königin Elisabeth II. hat in der Tischrede zum Höhepunkt ihres irischen Staatsbesuches die beiden Nachbarländer als „enge Freunde und gleiche Partner“ nebeneinander gestellt, in zahlreichen Gesten und Andeutungen britische Gewalttaten in der irischen Geschichte bedauert und um weitere Aussöhnung und Annäherung zwischen Irland und Großbritannien geworben.

          Die Königin trug ein Abendkleid, das mit hunderten handgesäumter weißer Kleeblätter besetzt war. Sie begann mit einer Anrede in irischem Gälisch, sprach dann vom „Gewicht der Geschichte“, das auf den Beziehungen der beiden Länder zueinander laste, und davon, dass in der Rückschau alle Dinge und Ereignisse sehen könnten, „von denen man sich wünschte, sie wären nicht geschehen“. Sie sagte, die Wunden, die „unsere Inseln“ in der Geschichte erlitten hätten, seien „traurig und bedauerlich“.

          Elisabeth II. sprach von „einem schmerzlichen Erbe“, welches viele persönlich berühre; niemals würden alle jene vergessen, die in den Auseinandersetzungen um die irische Unabhängigkeit oder im nordirischen Konflikt gestorben oder verwundet worden seien. In diesen Worten klang das eigene Leid der königlichen Familie an: ein Bombenattentat der Irisch Republikanischen Armee tötete im August 1979 Lord Mountbatten, den Onkel Prinz Philips, und drei Angehörige in seiner Begleitung. Die Königin sagte: „Allen, die aufgrund unserer schwierigen Vergangenheit Leid erfahren haben, gelten meine Gedanken und mein tiefes Mitleid.“

          Nach vielen bedeutungsschweren Terminen bot das Programm des Staatsbesuchs am Donnerstag erstmals einige Punkte, die den persönlichen Interessen der Königin entsprechen. Sie besichtigte das irische Nationalgestüt in der Grafschaft Kildare rund 60 Kilometer südlich von Dublin, sprach dort mit Reittrainern und sah sich Rennpferde an. Anschließend sah sie sich privat noch kurz im Gestüt Gilltown um, dessen Stallungen dem Aga Khan gehören, dem Oberhaupt der muslimischen Glaubensgemeinschaft der Ismailiten. Für den Abend stand ein Empfang der britischen Botschaft in Dublin mit rund 2000 Gästen auf dem Programm, samt einer Vorstellung der Tanzgruppe „Riverdance“.

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