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Prozess wegen Kriegsverbrechen : Mladic des Gerichtssaals verwiesen

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Bei seiner zweiten Anhörung vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist der frühere bosnisch-serbische General Ratko Mladic des Gerichtssaales verwiesen worden. Mladic hatte den Richter immer wieder mit Zwischenrufen gestört.

          Der wegen Völkermordes angeklagte ehemalige serbische General Ratko Mladic ist am Montag aus dem Gerichtssaal verwiesen worden. Mit der Anordnung reagierte der Vorsitzende Richter Alphons Orie aus den Niederlanden auf ständige Unterbrechungen seiner Ausführungen durch den 69 Jahre alten Angeklagten. Zuvor hatte Mladic den Richter mit dem Zwischenruf „Nein, nein, ich höre nicht zu!“ gestört, als dieser die Punkte der Anklage vortragen wollte.

          Mladic war zu dem Termin am Montag erschienen, obwohl sein Anwalt angekündigt hatte, sein Mandat werde die Anhörung boykottieren. Er wolle auf diese Weise seiner Forderung nach freier Wahl seiner Verteidiger Nachdruck verleihen. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien hatte in der vergangenen Woche mehr Zeit erbeten, um die Qualifikationen der von Mladic vorgeschlagenen Anwälte zu prüfen.

          Vorwürfe als „abscheulich“ zurückgewiesen

          Bei seiner zweiten Anhörung sollte Mladic abermals gefragt werden, ob er auf schuldig oder nicht schuldig plädiere. Bei einer ersten Anhörung Anfang Juni hatte er eine Antwort verweigert und die Vorwürfe gegen ihn als „abscheulich“ zurückgewiesen. Nachdem Richter Orie Mladic an diesem Montag des Saales verwiesen hatte, legte er in Abwesenheit des Angeklagten die Plädoyers auf unschuldig fest und ließ diese entsprechend zu den Akten nehmen.

          Mladic im Gerichtssaal vor seiner zweiten Anhörung

          Dem früheren Militärführer der bosnischen Serben werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in elf Punkten vorgeworfen - darunter die Massaker in Srebrenica im Sommer 1995, bei denen bis 8000 bosnische Muslime ermordet wurden, sowie die jahrelange Belagerung von Sarajevo, der etwa 10.000 Einwohner der einstigen Olympia-Stadt zum Opfer fielen. Mladic war Ende Mai nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien gefasst und wenige Tage später nach Den Haag überstellt worden.

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