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Pakistan : Dutzende Tote bei Anschlag auf Moschee

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Bei einem Anschlag auf eine Moschee in der Nähe des Armeehauptquartiers in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi sind nach offiziellen Angaben mindestens 40 Personen ums Leben gekommen; Dutzende wurden verletzt.

          Bei einem Selbstmordanschlag in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi sind nach offiziellen Angaben mindestens 40 Personen ums Leben gekommen; Dutzende wurden verletzt. Innenminister Rehman Malik teilte am Freitag mit, dass sich zwei Selbstmordattentäter kurz hintereinander in einer Moschee in die Luft gesprengt hätten, was das Dach des Gotteshauses zum Einstürzen gebracht habe. Nach anderen Berichten griffen mindestens sechs Täter das Gebäude mit Granaten und automatischen Schusswaffen an, worauf es zu Gefechten mit Sicherheitskräften gekommen sei. Die Moschee befindet sich in der Nähe des Armeehauptquartiers, das schon im Oktober Ziel eines Anschlags gewesen war. In der Moschee beten viele Soldaten.

          Der pakistanische Präsident Zardari und Ministerpräsident Gilani verurteilten den Terrorakt. Er bestärke die Entschlossenheit, „die Militanten bis zu ihrer Vernichtung zu bekämpfen“, sagte Zardari. Seit dem Beginn der Offensive in Süd-Wasiristan haben die pakistanischen Taliban ihre Terroraktivitäten intensiviert. Nach Armeeangaben wurden in den vergangenen Wochen mehrere hundert Extremisten in den halbautonomen Stammesgebieten getötet.

          Washington will Drohneangriffe auf Taliban-Verstecke ausweiten

          Unterdessen sprach sich die Regierung in Islamabad gegen die - offiziell nicht bestätigte - Entscheidung des amerikanischen Geheimdienstes CIA aus, seine Drohnenangriffe auf Taliban-Verstecke in den Stammesgebieten auszuweiten. Die „New York Times“ hatte mit Bezug auf anonyme Quellen gemeldet, dass die Truppenaufstockung in Afghanistan mit mehr Drohnenangriffen auf die Stammesgebiete flankiert werden soll. Auch sei Washington im Gespräch mit Pakistan darüber, ob Ziele in Belutschistan angegriffen werden sollten.

          Islamabad bestreitet öffentlich, den Amerikanern bei der Planung der im Land unbeliebten Militäroperationen zu helfen. Ein Regierungssprecher sagte am Freitag, es gebe Grenzen der Zusammenarbeit und nannte die anhaltenden Drohnenangriffe „kontraproduktiv“. Man habe Washington „klar vermittelt, wo die rote Linie verläuft“. Über Angriffe auf Belutschistan sei nie gesprochen worden. Präsident Obama hatte in seiner Rede zu Afghanistan gesagt, die Vereinigten Staaten würden nicht zulassen, dass Pakistan zu einem sicheren Zufluchtsort für Terroristen werde.

          Der amerikanische Verteidigungsminister Gates warnte nach Obamas Rede vor Versuchen der Terrororganisation Al Qaida, einen Krieg zwischen Pakistan und Indien zu provozieren. Vor dem Senat sagte er, Al Qaida strebe die Destabilisierung Pakistans an, um in den Besitz seiner Atomwaffen zu gelangen. Er sprach von Verbindungen Al Qaidas zur Terrorgruppe „Lashkar-e-Toiba“, die unter anderem für den Angriff auf die indische Finanzmetropole Bombay im November 2008 verantwortlich war. Laut Geheimdienstinformationen aus Islamabad standen beide Länder nach dem Anschlag kurz vor einem Krieg.

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